Eine kratzfeste Beschichtung im Etikettendruck ist eine zusätzliche Schutzschicht, die auf die bedruckte Oberfläche eines Etiketts aufgebracht wird, um diese gegen mechanische Beanspruchungen wie Abrieb und Kratzer widerstandsfähiger zu machen. Als Beschichtungsmaterialien kommen dabei vor allem Folienkaschierungen (Laminate), UV-Lacke oder Kunstharzüberzüge (Doming) zum Einsatz. Ziel ist es, Druckbild und Lesbarkeit dauerhaft zu erhalten – auch unter Bedingungen, die ein ungeschütztes Etikett schnell unlesbar machen würden.
Die Schutzschicht wird in der Regel nach dem eigentlichen Druckvorgang in einem separaten Veredelungsschritt aufgebracht. Bei der Folienkaschierung laminiert eine Kaschiieranlage eine transparente Schutzfolie auf die bedruckte Etikettenbahn. UV-Lacke werden über Lackierwerke in Etikettendruckmaschinen aufgetragen und anschließend durch UV-Licht ausgehärtet. Beim Doming wird ein flüssiges Kunstharz aufgebracht, das nach dem Aushärten eine besonders widerstandsfähige, gewölbte Oberfläche bildet. Als Basismaterialien werden für kratzfeste Etiketten häufig Folienmaterialien wie Polypropylen (PP), Polyethylen (PE) oder PVC verwendet, da diese bereits von sich aus reißfest und feuchtigkeitsbeständig sind und die aufgebrachten Schutzschichten gut aufnehmen. Im industriellen Bereich kommen zusätzlich Thermotransfer-Folienetiketten zum Einsatz, bei denen die Kombination aus geeigneter Folie und passendem Farbband – etwa Harz- oder Wachs/Harz-Farbbänder – ein wisch- und kratzfestes Druckbild erzeugt.
Für den Etikettendruck ist die kratzfeste Beschichtung besonders dort relevant, wo Etiketten starker mechanischer Beanspruchung ausgesetzt sind. Typische Branchen sind Getränke, Industrie, Kosmetik und Chemie, in denen Etiketten regelmäßig mit Feuchtigkeit, Öl oder anderen Oberflächen in Kontakt kommen. Papieretiketten wären unter solchen Bedingungen ungeeignet. Für industrielle Typenschilder und dauerhafte Maschinenkennzeichnungen sind wisch- und kratzfeste Ausführungen unverzichtbar, um eine zuverlässige Identifikation über lange Zeiträume sicherzustellen. Käufer sollten bei der Auswahl auf Eigenschaften wie Abriebfestigkeit, Öl- und Feuchtigkeitsresistenz sowie Witterungsbeständigkeit achten. Für normativ geregelte Anwendungen – etwa den Seetransport nach BS 5609 oder Sicherheitskennzeichnungen nach DIN EN ISO 7010 – müssen Etikettenhersteller gezielt Materialkombinationen und Veredelungsverfahren wählen, die diese Anforderungen nachweislich erfüllen. Die zusätzlichen Veredelungsschritte erhöhen den Produktionsaufwand und die Materialkosten, sind aber für eine dauerhaft lesbare und mechanisch belastbare Kennzeichnung in anspruchsvollen Umgebungen notwendig.