LDPE steht für Polyethylen niedriger Dichte und bezeichnet einen thermoplastischen Kunststoff aus der Familie der Polyethylene mit einer charakteristischen Dichte von 0,91 bis 0,94 g/cm³. Die normgerechte Kurzbezeichnung nach ISO 1043 lautet PE-LD. Das Material wird nach dem Recyclingcode-System mit der Ziffer 4 gekennzeichnet.
Die besondere Eigenschaft von LDPE ergibt sich aus seiner stark verzweigten Molekülstruktur, die bei der Herstellung im Hochdruckverfahren bei 1.000 bis 3.000 bar und 150 bis 300 °C entsteht. Diese Verzweigung verhindert eine enge Packung der Molekülketten, was zu der vergleichsweise geringen Dichte führt und dem Material seine hohe Flexibilität verleiht. Im direkten Vergleich mit HDPE, dem Polyethylen hoher Dichte, ist LDPE weicher, weniger steif und weniger hart. Das Polymer wird als Granulat geliefert und lässt sich mit thermoplastischen Formverfahren gut verarbeiten; typische Anwendungsfelder außerhalb des Etikettenbereichs sind Folien, Beutel und flexible Verpackungen.
Für den Etikettendruck ist LDPE als Folienmaterial mit einem nutzbaren Temperaturbereich von -40 °C bis +70 °C relevant. Diese Kombination aus Kältebeständigkeit und moderater Wärmebeständigkeit macht LDPE-Etiketten für Anwendungen interessant, bei denen das Trägermaterial mechanischen Belastungen standhalten oder sich der Oberfläche eines Behälters flexibel anpassen muss. Wer LDPE-Etiketten plant oder beschafft, muss jedoch eine entscheidende Einschränkung berücksichtigen: LDPE kann weder mit Laserdruckern noch mit Tintenstrahldruckern bedruckt werden. Die Auswahl des Druckverfahrens ist damit von Beginn an auf andere Technologien begrenzt, was bei der Systemplanung frühzeitig einkalkuliert werden sollte. Hersteller profitieren zwar von der guten Verarbeitbarkeit und Flexibilität des Materials, müssen aber beachten, dass das Abriebverhalten geringer ausfällt als bei HDPE-Etiketten, was je nach Einsatzumgebung die Langlebigkeit der Beschriftung beeinflussen kann. Ein weiterer Aspekt für Beschaffung und Entsorgung: LDPE ist recycelbar und fällt unter den Recyclingcode 4, was bei der Bewertung der Materialwahl im Hinblick auf Kreislaufwirtschaft und betriebliche Entsorgungslogistik eine Rolle spielen kann.