HDPE (High Density Polyethylen, deutsch: Polyethylen hoher Dichte, auch PE-HD oder Hart-PE) ist ein thermoplastischer Kunststoff aus der Familie der Polyethylene mit einer Dichte von typisch 0,94 bis 0,97 g/cm³. Die überwiegend linearen Molekülketten mit sehr geringer Seitenverzweigung verleihen dem Material eine hohe Kristallinität, die wiederum für seine charakteristische Steifigkeit und Festigkeit verantwortlich ist. Im Recyclingcode ist HDPE mit der Kennziffer 02 gekennzeichnet.
Hergestellt wird HDPE durch Niederdruck-Polymerisation von Ethen bei etwa 2 bis 10 atm und Temperaturen von 70 bis 150 °C, typischerweise mit Ziegler-Natta- oder Metallocen-Katalysatoren. Das entstehende Granulat wird anschließend extrudiert und zu Folien oder Formteilen verarbeitet. Die physikalischen Eigenschaften des fertigen Materials sind bemerkenswert: Der Schmelzpunkt liegt zwischen 120 und 180 °C, die Glasübergangstemperatur bei etwa −100 bis −130 °C, und der nutzbare Temperaturbereich für Folienanwendungen erstreckt sich von −50 °C bis +90 °C. Hinzu kommen hohe Reiß- und Durchstoßfestigkeit, ausgeprägte Abriebfestigkeit, geringe Wasseraufnahme sowie gute Beständigkeit gegenüber vielen Säuren, Laugen, Ölen und zahlreichen Lösungsmitteln.
Für den Etikettendruck ist HDPE aus mehreren Gründen relevant. Als Folienmaterial gehört es zu den wichtigsten Kunststoffen für Etiketten und ist gegenüber dem verwandten LDPE deutlich härter und abriebfester, was es für strapazierfähige Etiketten in industriellen, chemischen oder logistischen Anwendungen prädestiniert. Die Steifigkeit des Materials wirkt sich auch auf den Druckprozess aus: HDPE-Folien dehnen sich in Druck- und Stanzmaschinen weniger als LDPE, was stabilere Passereigenschaften ermöglicht. Gleichzeitig lassen sich HDPE-Folien sehr dünn fertigen, ohne an Stabilität einzubüßen, was Materialeinsparungen ermöglicht. Da HDPE für den Lebensmittelkontakt zugelassen ist, eignen sich HDPE-basierte Etiketten auch für den Einsatz in der Lebensmittel- und Hygienebranche. Ein weiterer praxisrelevanter Aspekt ist die Materialkompatibilität: HDPE zählt zu den am weitesten verbreiteten Verpackungskunststoffen für Flaschen und Kanister. Wird für solche Behälter ein Etikett aus dem gleichen oder einem materialverwandten Polymer gewählt, erleichtert dies das werkstoffreine Recycling des gesamten Gebindes erheblich. Die eindeutige Kennzeichnung mit Recyclingcode 02 unterstützt dabei die korrekte Sortierung in bestehenden Verwertungsströmen. Für Etikettenentwickler und Anwender liefert HDPE damit ein robustes, chemikalienbeständiges, lebensmittelechtes und recyclingfähiges Folienmaterial mit einem breiten Einsatzspektrum.