LF-RFID steht für Low Frequency RFID und bezeichnet RFID-Systeme, die im Niederfrequenzbereich von ca. 125 bis 134 kHz arbeiten. Diese Technologie ermöglicht die berührungslose, automatische Identifikation von Objekten über sehr kurze Distanzen und gilt als besonders robust gegenüber Metall und Flüssigkeiten. Im Gegensatz zu HF- oder UHF-RFID-Systemen ist LF-RFID auf Langwellen-Magnetfelder ausgelegt, was ihr spezifisches Einsatzprofil in der industriellen Kennzeichnung bestimmt.
Ein LF-RFID-System besteht aus zwei Hauptkomponenten: einem Transponder (Tag oder Etikett) mit Mikrochip und Antenne sowie einem Lesegerät, das das elektromagnetische Wechselfeld erzeugt und die Antwort des Tags auswertet. Die Antenne eines LF-Transponders ist konstruktionsbedingt als Spule ausgeführt, gefertigt aus Kupfer- oder Aluminiumleitern, die entweder aufgelegt, gedruckt oder geätzt werden. Die typische Lesereichweite liegt bei wenigen Zentimetern bis maximal etwa 10 cm. Diese kurze Reichweite ermöglicht präzise, kontrollierte Lesevorgänge, schließt aber eine distanzbasierte Massenerfassung aus. Weil LF-RFID ein sehr gut definiertes Magnetfeld erzeugt und Metall sowie Flüssigkeiten die Funktion deutlich weniger stören als bei höheren Frequenzen, eignet sich die Technologie besonders für anspruchsvolle Industrieumgebungen. Typische Anwendungsfelder sind Produktion und Montage zur Identifikation von Werkstückträgern, Zugangskontrollsysteme, die Identifikation von Behältern und Containern in metallhaltigen Umgebungen sowie die Tierkennzeichnung, die häufig nach ISO 11784/11785 normiert ist. Übergeordnet sind RFID-Systeme nach der ISO/IEC-18000-Familie standardisiert.
Für den Etikettendruck ist LF-RFID insofern relevant, als LF-Transponder als Inlay in bedruckbare Etiketten integriert werden. Das Inlay – bestehend aus Chip, Spulenantenne und Substrat – wird zwischen das eigentliche Etikettenmaterial (Face Stock aus Papier oder Folie) und gegebenenfalls einen Liner eingebettet. Das fertige LF-RFID-Etikett kann anschließend mit gängigen Etikettendruckverfahren wie Thermotransfer- oder Flexodruck bedruckt werden. Gleichzeitig beschreiben oder lesen kombinierte RFID-Druck- und Kodiersysteme den Chip während des Druckprozesses. Etikettenhersteller müssen bei der Materialauswahl darauf achten, dass das gewählte Substrat den Transponder mechanisch schützt, ohne die Funktion des Magnetfelds zu beeinträchtigen. Die Fertigung erfordert angepasste Prozesse für die Inlay-Herstellung und -Laminierung sowie Zugang zu Schreib-/Lesegeräten für Funktionsprüfungen. Für Anwender bedeutet die Entscheidung für LF-RFID-Etiketten, dass zwingend LF-fähige Lesegeräte eingesetzt werden müssen, da diese nicht mit Lesegeräten für andere Frequenzbänder kompatibel sind. Das Produktspektrum richtet sich damit klar auf Spezialanwendungen mit kurzen Leseabständen und schwierigen Umgebungsbedingungen, weniger auf die großvolumige Konsumgüterlogistik.