Maschinengestrichenes Papier ist ein Papier, dessen Oberfläche bereits während der Herstellung direkt in der Papiermaschine – also im sogenannten Online-Prozess – mit einer pigmentierten Streichdispersion beschichtet wird. Dieser Strich erzeugt eine gleichmäßig geschlossene, glatte Oberfläche, die je nach Ausführung matt, halbmatt, glänzend oder gussgestrichen sein kann. Als Untergruppe der gestrichenen Papiere unterscheidet es sich von offline veredelten Varianten allein durch den Ort des Strichauftrags: die Papiermaschine selbst.
Technisch besteht die Streichdispersion aus Pigmenten und Bindemitteln, deren genaue Zusammensetzung und Strichmenge je nach angestrebter Qualität variieren. Häufig wird zunächst ein Vorstrich aufgebracht, gefolgt von einem Deckstrich. Um den gewünschten Glanzgrad zu erreichen, wird das gestrichene Papier anschließend mehr oder weniger stark satiniert – mit Ausnahme gussgestrichener Ausführungen. Alternativ kann das Streichen auch auf separaten Streichmaschinen erfolgen, wobei der Begriff „maschinengestrichen“ spezifisch den Online-Prozess innerhalb der Papiermaschine bezeichnet.
Im Etikettendruck ist maschinengestrichenes Papier ein weit verbreitetes Obermaterial für selbstklebende Etikettenlaminate, also die Kombination aus Papieroberseite, Haftklebstoff und Trägermaterial. Der entscheidende Vorteil gegenüber ungestrichenen Papieren liegt in der deutlich höheren Druckqualität: Die glatte, geschlossene Oberfläche ermöglicht bessere Farbsättigung, schärfere Konturen und eine präzisere Reproduktion von Grafiken und Bildern. Dies macht das Material zur bevorzugten Wahl überall dort, wo Produktetiketten ein hochwertiges Erscheinungsbild erfordern – etwa bei Verpackungs-, Kennzeichnungs- oder Spielzeugetiketten. Für Offsetdruck optimierte Sortimente auf Basis maschinengestrichenen Papiers können dabei auch spezifische Normanforderungen erfüllen, beispielsweise EN 71-3 für Spielzeuganwendungen.
Für Etikettenhersteller bedeutet die Materialwahl konkret: Gestrichenes Papier liefert höheren Weißgrad, definierten Glanz- oder Mattgrad und eine stabile Bedruckstoffbasis, die sich mit gängigen Etikettendruckverfahren wie Offset oder Flexodruck verarbeiten lässt. Die erhöhte Festigkeit des gestrichenen Materials hat zudem den praktischen Vorteil, dass Etiketten häufig ohne Zerreißen vom Untergrund abgelöst werden können. Für Anwender und Einkäufer von Etiketten ist relevant, dass maschinengestrichenes Papier besonders für anspruchsvolle, aber nicht extremen Umweltbelastungen ausgesetzte Anwendungen geeignet ist – bei Fetten, Lösungsmitteln oder starker UV-Exposition werden in der Praxis spezialisierte Materialien bevorzugt. Einheitliche technische Normen speziell für maschinengestrichenes Papier existieren nicht; es gelten allgemeine Papier- und Etikettennormen sowie anwendungsspezifische Vorschriften.