Mattglanz

Mattglanz bezeichnet im Etikettendruck keinen eigenständigen physikalisch-optischen Fachbegriff, sondern die gezielte Kombination von matten und glänzenden Oberflächenbereichen auf einem Etikett. Diese Effektveredelung wird durch den bewussten Kontrast unterschiedlicher Lacke oder Folienveredelungen erzeugt und gilt in der Branche als eigenständige Veredelungskategorie.

Technisch lässt sich Mattglanz auf zwei Wegen realisieren: über Lacke oder über Folienkaschierungen. UV-Mattlack erzeugt eine Oberfläche, die Licht diffus reflektiert und ein ruhiges, nicht spiegelndes Erscheinungsbild liefert, während UV-Glanzlack Licht gerichtet reflektiert und einen hohen Glanzgrad erzeugt. Beide Lackvarianten erfüllen dabei auch eine Schutzfunktion und bewahren den Druck vor Abrieb sowie Sonneneinstrahlung. Alternativ steht die Folienkaschierung zur Verfügung: Dabei wird eine dünne Kunststofffolie – wahlweise in matter oder glänzender Ausführung – vollflächig auf das Etikett laminiert. Bei der Nasskaschierung etwa wird eine nicht selbstklebende Folie mit flüssigem Klebstoff aufgetragen und anschließend durch Druck und UV-Licht mit dem Etikett verbunden. Kaschierungen erhöhen die Festigkeit des Etiketts und schützen es vor Abrieb, Schmutz, Feuchtigkeit und Öl. Der eigentliche Mattglanz-Effekt entsteht, wenn ein mattes Grundfinish – sei es Mattlack oder matte Folienkaschierung – mit einem partiellen Glanzlackauftrag kombiniert wird. Dieser sogenannte Spotlack wird punktuell auf ausgewählte Bereiche wie Logos, Schriften oder Bildelemente aufgebracht und erzeugt so den charakteristischen Kontrast. Digitale Veredelungssysteme ermöglichen solche Matt- und Hochglanz-Kombinationen heute auch im digitalen Etikettendruck, teils ergänzt durch Haptikeffekte oder dreidimensionale Hologramme.

Für Hersteller und Käufer von Etiketten ist Mattglanz aus mehreren Gründen relevant. Optisch hebt der Kontrast bestimmte Designelemente gezielt hervor und verleiht einem Etikett eine wahrgenommene Hochwertigkeit, die es von Standardetiketten unterscheidet. Fachleute beschreiben Matt-Glanz-Effekte als unverzichtbar für edle Produktausstattungen. Neben der visuellen Wirkung beeinflusst die Wahl zwischen Matt und Glanz auch die Haptik: Kaschierte Oberflächen werden als hochwertig im Griffgefühl beschrieben, was insbesondere bei Produkten eine Rolle spielt, die häufig in die Hand genommen werden. Funktional ist die Entscheidung zwischen matten und glänzenden Schutzsystemen von der Einsatzumgebung abhängig. In der Kosmetik-, Chemie- und Getränkebranche, wo Etiketten feuchten oder chemischen Einflüssen ausgesetzt sind, wird Folienkaschierung besonders häufig eingesetzt. Hersteller können dabei je nach Anforderung zwischen Schutzlack und Folienkaschierung wählen, da beide Verfahren in matt und glänzend verfügbar sind und sich flexibel zu Mattglanz-Kombinationen zusammenstellen lassen. Der Glanzgrad von Lacken und Folienoberflächen wird in der industriellen Praxis nach DIN EN ISO 2813 gemessen, einer branchenübergreifend etablierten Norm zur Klassifizierung von Beschichtungsglanzgraden.