Mikroliterspritze (Dosiersystem)

Eine Mikroliterspritze ist eine Präzisionsspritze zur Dosierung sehr kleiner Flüssigkeitsvolumina im Mikro- bis Milliliterbereich. Sie verfügt über eine feine Skala und oft über spezielle Anschlüsse wie den Threaded Luer Lock (TLL), die eine reproduzierbare, kontrollierte Flüssigkeitsabgabe ermöglichen. Ihr angestammtes Einsatzgebiet ist die Labortechnik, insbesondere die Chromatographie und andere analytische Verfahren.

Im technischen Einsatz dient die Mikroliterspritze der präzisen Probeninjektion in analytische Geräte sowie der exakten Dosierung empfindlicher Flüssigkeiten, bei denen es auf kleinste Mengenunterschiede ankommt. In der industriellen Klebstoffdosierung kommen demgegenüber andere, speziell für diesen Zweck entwickelte Systeme zum Einsatz: pneumatische Dosiersysteme, die Druckluft zur Steuerung nutzen, volumetrische Systeme mit Dosierschnecken für präzise Volumenabgaben sowie berührungslos arbeitende Jetventile für höchste Genauigkeitsanforderungen. Für besonders kleine Klebstoffmengen stehen Hochpräzisions-Mikrodosiersysteme zur Verfügung, die Klebstoffe und Lotpasten mit Prozesssicherheiten von über 99 Prozent auftragen. Verarbeitete Materialien umfassen unter anderem Cyanacrylate, anaerobe Klebstoffe und Schraubensicherungsmittel.

Für den Etikettendruck und die industrielle Etikettenkennzeichnung ist festzuhalten, dass der Begriff „Mikroliterspritze (Dosiersystem)“ in der einschlägigen Fachliteratur und Produktdokumentation dieser Branche nicht als etablierter Fachbegriff nachgewiesen ist. Er taucht weder in der Beschreibung von Etikettiermaschinen noch in der Dokumentation industrieller Klebstoffapplikation für Etiketten auf. Wer in der Etikettenbranche nach einem präzisen Klebstoff-Dosiersystem sucht, wird in der Praxis auf die genannten industriellen Dosiertechnologien stoßen, nicht auf die Mikroliterspritze im Laborsinn. Für Hersteller und Käufer von Etiketten bedeutet dies: Die Auswahl eines geeigneten Dosiersystems richtet sich nach dem jeweiligen Klebstofftyp, der geforderten Dosiergenauigkeit und dem Automatisierungsgrad des Prozesses. Die korrekte Auslegung des Dosiersystems ist dabei entscheidend für gleichmäßige, reproduzierbare Klebstoffauftragsergebnisse und damit für die Haftsicherheit der Etiketten. Der Begriff „Mikroliterspritze“ selbst gehört hingegen zum Vokabular der Labor- und Medizintechnik und sollte im Kontext der Etikettierung nicht ohne weiteres mit industriellen Klebstoff-Dosiersystemen gleichgesetzt oder verwechselt werden.