Naturpapier bezeichnet im Etikettendruck ein ungestrichenes, unbeschichtetes Papier mit offener, natürlicher Oberfläche. Im Handel wird es häufig auch als „uncoated“ bezeichnet. Es handelt sich nicht um einen normativ festgelegten Werkstoffnamen, sondern um eine handelsübliche Materialbezeichnung für Papier ohne Strich, das für Druck- und Etikettenanwendungen eingesetzt wird.
Das Material besteht aus Zellstoff, Holz oder Recyclingfasern und weist eine matte, natürliche Haptik auf. Typische Grammaturen liegen zwischen 80 und 250 g/m², wobei die Oberfläche leicht behandelt sein kann und bis zu 5 g/m² Pigmente enthalten darf, ohne dass das Papier als gestrichenes Material gilt. Im Kontext von Haftetiketten wird Naturpapier als Trägermaterial eingesetzt und bildet zusammen mit Klebstoff und Trägerpapier den klassischen Haftetiketten-Aufbau. Die moderne Drucktechnologie ermöglicht dabei gute Druckergebnisse auf ungestrichenen Oberflächen, auch wenn das offene Fasergewebe andere drucktechnische Anforderungen stellt als glatte, gestrichene Etikettenpapiere.
Für den Etikettendruck ist Naturpapier besonders dort relevant, wo ein natürliches, hochwertiges oder nachhaltiges Erscheinungsbild gewünscht wird. Typische Einsatzfelder sind Etiketten für Wein, Spirituosen und Bier, also Produktkategorien, in denen die matte, unbehandelte Optik gezielt zur Positionierung des Produkts eingesetzt wird. Im direkten Vergleich mit gestrichenen Etikettenpapieren erzeugt Naturpapier ein weniger brillantes, dafür aber ruhigeres und oft als hochwertiger wahrgenommenes Druckbild. Diese Eigenschaft ist für Etikettengestalter und Einkäufer ein wesentliches Auswahlkriterium. Wer Naturpapier hinsichtlich seiner Herkunft bewerten möchte, kann sich an freiwilligen Umweltzertifizierungen wie FSC®, PEFC oder dem Blauen Engel orientieren, die als Nachweis nachhaltiger Rohstoffherkunft und Produktion gelten. Eine gesetzliche Pflicht zur Zertifizierung besteht für Naturpapier im Etikettendruck nach den vorliegenden Informationen jedoch nicht. Für Hersteller und Käufer von Etiketten ergibt sich daraus ein klares Materialprofil: Naturpapier eignet sich für Anwendungen, bei denen matte Optik, natürliche Haptik und gegebenenfalls Nachhaltigkeitskommunikation im Vordergrund stehen, während für hohe Farbbrillanz oder spezielle Oberflächeneffekte gestrichene Alternativen in Betracht gezogen werden sollten.