Nummerierung

Nummerierung bezeichnet im Etikettendruck und in der industriellen Kennzeichnung den automatisch oder gesteuert erfolgenden Druck variabler, fortlaufender oder regelbasiert zugewiesener Identifikationsnummern auf Etiketten oder direkt auf Produkte. Dazu zählen Serien-, Chargen-, Tracking- und Identnummern sowie Meter- und Längenkennzeichnungen. Ziel ist die eindeutige Identifikation und lückenlose Rückverfolgbarkeit jedes einzelnen Produkts, Bauteils oder Gebindes.

In der Praxis übernehmen Kennzeichnungssysteme diese Aufgabe vollautomatisch: Sie drucken Codes, fortlaufende Nummern, Grafiken oder Texte auf Produkte, Kartonagen und Paletten – vorwiegend in Logistik, Verpackungsbranche und produzierendem Gewerbe. Als Drucktechnologien kommen dabei Tintenstrahldruck direkt auf das Produkt, Lasergravur sowie Etikettendruck mit anschließender Spendung zum Einsatz. Moderne Etikettier- und Kennzeichnungssysteme lassen sich über Schnittstellen in ERP- oder MES-Systeme einbinden und beziehen die zu druckenden Nummern und Seriennummern direkt aus diesen Systemen, was manuelle Eingaben und damit verbundene Fehlerquellen deutlich reduziert. Druckmodule in solchen Systemen können neben Nummerierungen auch Produktgewichte, Barcodes und 2D-Codes ausgeben sowie RFID-Tags kodieren.

Für den Etikettendruck ist Nummerierung in mehrfacher Hinsicht unmittelbar relevant. Erstens bestimmt der Einsatzzweck die Materialwahl: Etiketten für Kabel, Leitungen oder industrielle Komponenten müssen dauerhaft lesbar bleiben und werden auf entsprechend robusten Trägermaterialien wie Kunststofffolie oder Metallfolie gedruckt, während Versand- und Logistiketiketten anderen Anforderungen genügen müssen. Zweitens erfordert die Nummerierung den Druck variabler Daten, was die Druckvorstufe direkt beeinflusst: Etikettenvorlagen müssen Felder für dynamisch erzeugte Nummern enthalten, und Validierungsregeln sowie Versionskontrolle sind notwendig, um Fehldrucke und Verwechslungen zu vermeiden. Drittens sind standardisierte Nummernformate wie die GTIN (Global Trade Item Number) bindend für Etiketten in Handels- und Lieferkettenprozessen, da sie die eindeutige Identifikation einer Handelseinheit über alle Stationen hinweg gewährleisten und typischerweise als Barcode oder 2D-Code auf dem Etikett dargestellt werden. Für Hersteller in regulierten Branchen kommen zusätzlich Anforderungen aus Normen wie ISO 9001 oder FDA 21 CFR Part 11 hinzu, die Protokollierung, Nachvollziehbarkeit und Validierung der gedruckten Nummern vorschreiben. Nummerierte Etiketten mit maschinenlesbaren Codes ermöglichen schließlich automatisierte Scans in Lager-, Fertigungs- und Handelssystemen und unterstützen so Bestands-, Chargen- und Retourenverwaltung gleichermaßen.