2D-Code

Ein 2D-Code (zweidimensionaler Barcode) ist ein optischer Code, der Daten nicht wie ein klassischer Strichcode in einer Zeile, sondern in einer zweidimensionalen Fläche aus Punkten oder kleinen Quadraten speichert. Typische Vertreter sind der QR-Code und der Data Matrix Code. Im Gegensatz zu eindimensionalen Barcodes kann ein 2D-Code auf derselben Fläche ein Vielfaches an Informationen aufnehmen – ein QR-Code etwa fasst bis zu 7.089 numerische oder 4.296 alphanumerische Zeichen, während ein DataMatrix-Code als ISO-normierter Matrixcode gilt.

Technisch gehören 2D-Codes zur Gruppe der Matrix-Codes: Ihre Daten sind in einem flächigen Raster angeordnet, das von Kamera- oder Scannersystemen aus jedem beliebigen Winkel ausgelesen werden kann. Eine eingebaute Datenredundanz sorgt dafür, dass der Code auch bei teilweiser Beschädigung – je nach Fehlerkorrekturgrad bis zu einem Viertel der Fläche – noch zuverlässig lesbar bleibt. QR-Codes lassen sich darüber hinaus mit Smartphones erfassen, was sie für Endkundenanwendungen besonders geeignet macht. GS1 plant, dass POS-Scanner im Einzelhandel ab Ende 2027 standardmäßig 2D-Codes verarbeiten können, sodass Hersteller perspektivisch auch am Kassenlesegerät auf 2D-Codes statt auf den klassischen EAN-13 setzen können.

Für den Etikettendruck hat der 2D-Code weitreichende praktische Bedeutung. Auf einem einzigen Etikett lassen sich neben der Artikelnummer zusätzlich Seriennummer, Chargennummer, Haltbarkeitsdatum, Produktionsort und weitere Informationen unterbringen – Daten, für die früher mehrere separate Codes oder Felder notwendig gewesen wären. Das ermöglicht eine lückenlose Rückverfolgung einzelner Produkte entlang der gesamten Lieferkette, von der Herstellung über die Logistik bis zum Einzelhandel. In der Pharmabranche ist dies bereits gesetzlich vorgeschrieben: Die Delegierte Verordnung (EU) 2016/161 schreibt für verschreibungspflichtige Arzneimittel eine eindeutige Kennung in Form eines ISO-normierten DataMatrix-Codes auf jeder Packung vor. Auch in Branchen wie Mode und Lebensmittel werden 2D-Codes auf Etiketten eingesetzt, um gesetzliche Kennzeichnungspflichten zu erfüllen. Mit dem GS1 Digital Link existiert zudem ein auf 2D-Codes basierender Standard, der Produkt-, Logistik- und Webinformationen in einem einzigen Code vereint, ohne die bestehende GTIN zu ersetzen. Etiketten mit 2D-Codes werden je nach Einsatzgebiet aus unterschiedlichen Materialien gefertigt und können sowohl feste als auch fortlaufende Nummerierungen enthalten. Für Etikettennutzer in Industrie und Intralogistik bedeutet der Einsatz von 2D-Codes eine schnellere maschinelle Erfassung, höhere Betriebssicherheit durch Lesbarkeit auch bei beschädigten Etiketten sowie die Grundlage für automatisierte Steuerungs- und Lagerverwaltungsprozesse.