Offene Druckdaten

Offene Druckdaten – im Etikettendruck auch als offene Dateien oder native Programmdateien bezeichnet – sind bearbeitbare Quelldateien, in denen alle grafischen Elemente eines Layouts zusammengesetzt sind. Sie enthalten Bilder, Illustrationen, Schriften und Texte in editierbarer Form und dienen als Ausgangsmaterial für die Erstellung druckfähiger Daten. Typische Formate sind Arbeitsdateien aus Programmen wie Adobe InDesign oder Adobe Illustrator.

In der Druckvorstufe bilden offene Druckdaten die Arbeitsgrundlage, bevor ein druckfähiges Ausgabeformat erzeugt wird. Da diese Dateien von der jeweiligen Softwareumgebung abhängig sind – also von der verwendeten Programmversion, installierten Schriften und eingebundenen Verknüpfungen – werden sie nur selten direkt weitergegeben. Für die Übermittlung an eine Druckerei werden aus den offenen Dateien stattdessen geschlossene Formate erzeugt, in der Druckvorstufe üblicherweise PDF/X-1a oder PDF/X-4. Werden offene Daten dennoch übergeben, müssen sämtliche Verknüpfungen und Schriften vollständig mitgeliefert werden, da fehlende Ressourcen zu Fehlern in der Ausgabe führen. Ein praktischer Vorteil offener Dateien liegt in ihrer Flexibilität: Ein Logo, das als Verknüpfung in einer offenen Datei hinterlegt ist, lässt sich zentral aktualisieren und wirkt sich automatisch auf alle verknüpften Stellen im Dokument aus.

Für den Etikettendruck ist der korrekte Umgang mit offenen Druckdaten aus mehreren Gründen unmittelbar relevant. Das grafische Design eines Etiketts – ob für Papier-, Folien- oder Spezialetiketten – wird zunächst in einem Layout-Programm als offene Datei erstellt. Aus dieser Datei wird anschließend eine druckfähige PDF-Datei exportiert, die den technischen Anforderungen der jeweiligen Druckerei entsprechen muss: Farbraum CMYK oder Graustufen, eine Auflösung von mindestens 300 dpi, eine Beschnittzugabe von mindestens 2 mm sowie ein Sicherheitsabstand zum Rand. Diese Vorgaben gelten unabhängig davon, welches Druckverfahren eingesetzt wird – ob Flexodruck, Digitaldruck, Siebdruck oder Thermotransferdruck. Fehler, die bereits in der offenen Datei entstehen, wie falsche Farbräume, nicht eingebettete Schriften oder fehlende Verknüpfungen, setzen sich in der exportierten Druckdatei fort und führen zu Qualitätsproblemen, zusätzlichem Korrekturaufwand und verzögerten Lieferterminen. Sowohl Etikettendruckereien als auch deren Kunden profitieren deshalb davon, wenn offene Druckdaten von Beginn an sorgfältig und nach den geltenden technischen Spezifikationen aufgebaut werden, bevor sie in standardisierte Ausgabeformate für die eigentliche Etikettenproduktion überführt werden.