Sicherheitsabstand

Der Sicherheitsabstand ist in der Druckvorstufe eine innere Schutzzone innerhalb eines Drucklayouts, die den Mindestabstand zwischen wichtigen grafischen Elementen und der Schnitt-, Stanz- oder Randkontur definiert. Innerhalb dieser Zone sollen keine relevanten Inhalte wie Texte, Logos oder Barcodes platziert werden, damit sie beim späteren Schneiden oder Stanzen weder beschädigt noch angeschnitten werden. Es handelt sich dabei nicht um eine physische Linie im Druck, sondern um eine verbindliche Gestaltungsregel für die Druckdatenerstellung.

In der praktischen Anwendung wird der Sicherheitsabstand bereits beim Anlegen der Layoutdatei berücksichtigt, bevor die Daten an eine Druckerei übergeben werden. Er wird stets gemeinsam mit weiteren drucktechnischen Maßangaben wie Beschnittzugabe, Endformat und Datenformat angegeben und ist damit fester Bestandteil eines vollständigen Druckdaten-Workflows. Die konkreten Maßvorgaben unterscheiden sich je nach Anbieter: In der Praxis fordern Hersteller je nach Produkt und Fertigungsverfahren Sicherheitsabstände von 1 mm, 1,5 mm, 2 mm oder in einzelnen Fällen bis zu 6 mm zur Stanzkontur beziehungsweise zum Etikettenrand. Ein zu gering gewählter Abstand wird von Etikettenanbietern ausdrücklich als Datenfehler gewertet, der eine Korrektur der Druckdaten erfordert.

Für den Etikettendruck ist der Sicherheitsabstand besonders bedeutsam, weil Etiketten in der Produktion typischerweise gestanzt oder geschnitten werden und dabei unvermeidliche Toleranzen entstehen. Schon geringe Abweichungen in der Stanzposition können dazu führen, dass Texte, Barcodes oder Logoelemente angeschnitten werden, wenn der Abstand zur Stanzkontur zu knapp bemessen ist. Besonders relevant ist dieser Aspekt bei Rollenetiketten, für die Anbieter den Sicherheitsabstand in ihren Druckdaten-Merkblättern ausdrücklich vorschreiben. Da es keine einheitliche Norm gibt, die einen verbindlichen Wert festlegt, ist der Sicherheitsabstand eine herstellerspezifische Vorgabe, die von Datenlieferanten vor der Datenerstellung beim jeweiligen Anbieter erfragt werden muss. Wer Etiketten in Auftrag gibt oder Druckdaten einreicht, trägt damit die Verantwortung, die individuellen Vorgaben des Herstellers zu kennen und korrekt umzusetzen. Ein falsch angelegtes Layout, das den geforderten Sicherheitsabstand unterschreitet, kann im besten Fall zu einer kostenpflichtigen Datenkorrektur führen, im schlechtesten Fall zu Ausschuss in der Produktion.