Ein On-Metal-Tag ist ein RFID- oder NFC-Tag, der speziell für den zuverlässigen Betrieb auf metallischen Oberflächen konstruiert wurde. Standard-RFID-Tags versagen auf Metall regelmäßig, weil Metall Funkwellen reflektiert und die Kommunikation zwischen Tag und Lesegerät stört oder vollständig unterbricht. On-Metal-Tags kompensieren diese Interferenzen durch ihr gezieltes technisches Design.
Die entscheidenden konstruktiven Merkmale sind spezielle Antennen, Isolierschichten beziehungsweise Abstandshalter sowie eine besondere Beschichtung, die gemeinsam dafür sorgen, dass das elektromagnetische Feld des Tags nicht vom darunter liegenden Metall absorbiert oder gestört wird. Dadurch bleibt die Kommunikation mit dem Lesegerät auch direkt auf Metalloberflächen und in Umgebungen mit vielen metallischen Objekten stabil. Als Materialien für besonders langlebige Ausführungen werden robuster Kunststoff und Keramik eingesetzt, was den Tags eine hohe Widerstandsfähigkeit gegenüber rauen industriellen Bedingungen wie Hitze, Schmutz und Vibrationen verleiht. On-Metal-Tags sind damit sowohl für den Innen- als auch für den Außeneinsatz geeignet.
Typische Anwendungsfelder sind das Asset-Tracking in der Fertigung, das Werkzeug- und Ausrüstungsmanagement sowie die Kennzeichnung von Metallbehältern in Logistik- und Mehrwegkreisläufen. In all diesen Szenarien müssen Objekte eindeutig identifiziert und lückenlos verfolgt werden können, was mit herkömmlichen RFID-Etiketten auf metallischen Trägern nicht zuverlässig möglich ist.
Für den Etikettendruck hat dies unmittelbare Konsequenzen. Wer Etiketten für metallische Substrate herstellt oder beschafft, kann nicht auf Standard-RFID-Inlays zurückgreifen. Stattdessen sind speziell entwickelte On-Metal-Etiketten beziehungsweise RFID-Labels erforderlich, deren Inlay-Konstruktion die metallbedingten Störungen von vornherein berücksichtigt. Für Etikettenhersteller bedeutet das, dass sie eigene Produktlinien mit angepassten Antennendesigns, Abstandshaltern und geeigneten Trägermaterialien anbieten müssen. Für Einkäufer und Anwender bedeutet es, dass die Auswahl des falschen Etikettentyps direkt zu unzuverlässigen Ausleseergebnissen und damit zu Fehlern in der Bestandsverwaltung oder Asset-Verfolgung führt. Die Investition in korrekt ausgelegte On-Metal-Etiketten zahlt sich durch zuverlässige Lesbarkeit, präzisere Rückverfolgbarkeit und den störungsfreien Einsatz auch unter industriellen Bedingungen aus. Die Entscheidung beginnt also bereits bei der Etikettenauswahl und nicht erst bei der Montage.