Palettenetikett

Ein Palettenetikett ist ein selbstklebendes Etikett, das auf eine Palette aufgebracht wird, um diese als Transporteinheit in Logistik und Industrie eindeutig zu identifizieren und zu kennzeichnen. Es enthält alle relevanten Informationen zur Palette als tertiärer Verpackungseinheit, darunter Versandadresse, Absender, Artikelnummern, Menge, Gewicht, Chargen- und Seriennummern sowie Barcodes. Eine der häufigsten Ausprägungen ist das GS1-Transportetikett, das mit einem SSCC (Serial Shipping Container Code) eine global eindeutige Identifikationsnummer für die jeweilige Versandeinheit trägt.

Der Einsatz von Palettenetiketten erfolgt typischerweise am Ende der Verpackungslinie, dem sogenannten End-of-Line-Bereich, wo Paletten nach dem Folieren mit Etiketten versehen werden. Die Etiketten erfassen dabei Inhalte, Zielorte, Herkunft und Logistikinformationen und machen diese digital erfassbar. Neben dem Einsatz im Versandprozess werden Palettenetiketten auch zur internen Lagerkennzeichnung genutzt, etwa zur dauerhaften Markierung des Palettenfußes im Hochregallager. In industriellen Umgebungen kommen hierfür häufig Print-and-Apply-Systeme zum Einsatz, also kombinierte Druck-und-Spende-Systeme, die Etiketten mit variablen Daten wie SSCC oder Chargeninformationen bedrucken und automatisch auf die Palette aufbringen. Das Standardformat DIN A5 (148 × 210 mm) ist dabei weit verbreitet, wobei je nach System auch größere Formate bis 167 × 355 mm verarbeitet werden.

Für den Etikettendruck hat das Palettenetikett eine Reihe konkreter Konsequenzen bei der Materialauswahl und Verfahrensentscheidung. Als Druckverfahren kommen Thermodirekt und Thermotransfer zum Einsatz: Thermodirekt genügt bei kurz- bis mittelfristiger Lesbarkeit, während Thermotransfer für höhere Beständigkeit und langfristige Haltbarkeit bevorzugt wird. Bei der Materialwahl ist entscheidend, auf welchem Untergrund das Etikett haftet. Palettenfuß-Etiketten, die direkt auf die raue Holzoberfläche einer Palette aufgebracht werden, erfordern Papier- oder Folienmaterialien mit extrem stark haftendem Klebstoff und hohem Klebstoffauftrag, damit das Etikett dauerhaft auf dem unebenen Untergrund verbleibt. Etiketten für folierte Palettenware müssen hingegen zuverlässig auf Stretchfolie oder Kartonoberflächen haften. Die Etikettenformate müssen ausreichend groß sein, um gut lesbare Barcodes und vollständige GS1-Informationen aufzunehmen, da die Barcode-Lesbarkeit direkt die Effizienz bei Wareneingang, Warenausgang und Kommissionierung beeinflusst. Da Palettenetiketten häufig vom Anwender selbst bedruckt werden, sind sie zudem eine kosteneffiziente und flexible Lösung für Transport- und Lagerkennzeichnung, die sich ohne zentralen Vorlauf an variable Auftragsdaten anpassen lässt.