Klebstoffauftrag

Der Klebstoffauftrag bezeichnet im Etikettendruck die Menge beziehungsweise das Volumen des Haftklebstoffs, der pro Flächeneinheit auf ein Etikett oder auf das Trägermaterial aufgebracht wird. Der Begriff beschreibt damit sowohl die mengenmäßige Dimension der Klebstoffschicht als auch deren geometrische Verteilung auf dem Substrat. Er ist ein zentraler technischer Parameter bei der Herstellung selbstklebender Etiketten.

Selbstklebende Etiketten bestehen grundsätzlich aus drei Schichten: dem Obermaterial aus Papier oder Folie, der Klebstoffschicht sowie dem Trägermaterial, dem sogenannten Liner. Der Klebstoffauftrag bildet dabei genau diese mittlere Schicht. Bei der industriellen Herstellung von Haftverbunden wird der Klebstoff im Rahmen eines Beschichtungsprozesses auf Rollenbahnen aufgebracht. Dabei wird zwischen zwei grundlegenden Varianten unterschieden: Beim vollflächigen Auftrag wird die gesamte Etikettenfläche gleichmäßig mit Haftklebstoff versehen. Beim intermittierenden Klebstoffauftrag hingegen erfolgt der Auftrag nur in definierten Feldern oder Zonen, sodass bestimmte Bereiche des Etiketts bewusst klebstofffrei bleiben. Ein technisches Beispiel für den intermittierenden Ansatz ist die SecuBond-Technologie, bei der Klebstofffelder nahezu frei konfigurierbar sind und kleberfreie Ränder gezielt erzeugt werden, um das seitliche Herausfließen von Klebstoff an den Etikettenkanten zu reduzieren, ohne die Klebeeigenschaften der aktiven Fläche zu beeinträchtigen. Für Prüfzwecke, etwa zur Messung der Kondenswasserbeständigkeit nach dem Standardleistungsbuch für Etikettierklebstoffe, wird der sogenannte direkte Klebstoffauftrag eingesetzt, bei dem zwei Etiketten gezielt beleimt und anschließend auf ihre Haftfestigkeit untersucht werden.

Für Etikettenhersteller und -anwender ist der Klebstoffauftrag aus mehreren Gründen praxisrelevant. Ein erhöhter Klebstoffauftrag verschafft dem Klebstoff mehr Spielraum, in die Mikrounebenheiten einer Oberfläche einzufließen, was zu einer besseren Verankerung und stärkeren Haftung führt. Die Wahl des Klebstofftyps, ob Acryl- oder Kautschukkleber, und die Festlegung des aufzutragenden Volumens gehören zur technischen Projektierung eines Etiketts. Dabei bestimmt die Kombination aus Klebstofftyp und Klebstoffauftrag maßgeblich, ob ein Etikett dauerhaft haftet, abwaschbar oder wieder ablösbar ist. Für Käufer von Etiketten liefern Leistungskennzahlen wie die im Standardleistungsbuch definierte Kondenswasserbeständigkeit, die eine Haftfestigkeit von mehr oder weniger als 50 Prozent als Grenzwert definiert, messbare Orientierungswerte, die direkt aus der gewählten Klebstoff-Auftrag-Kombination resultieren. Ein falsch dimensionierter Klebstoffauftrag kann zu Haftungsversagen, unerwünschten Ablösungen oder Klebstoffverschmutzungen an Etikettenkanten führen.