Passerfehler

Ein Passerfehler – auch als Fehlpasser oder Passerdifferenz bezeichnet – liegt im Mehrfarbendruck vor, wenn die einzelnen Farben oder Druckgänge nicht exakt deckungsgleich übereinanderliegen. Der sogenannte Passer beschreibt dabei die präzise Übereinanderregistrierung aller Farbseparationen, und sobald diese Ausrichtung gestört ist, spricht man von einem Fehlregister. Das Druckbild erscheint in der Folge unscharf, farblich verschoben oder in seiner Gesamtwirkung fehlerhaft.

Im technischen Kontext des Mehrfarbendrucks entsteht ein Passerfehler immer dann, wenn die einzelnen Farbseparationen – etwa Cyan, Magenta, Gelb und Schwarz im Vierfarbdruck – beim Druckvorgang nicht exakt auf derselben Position aufgebracht werden. Bei Bogendruckmaschinen kann beispielsweise eine ungenaue Anlage des Bogens am Anleger als Ursache für solche Versätze gelten. Die betroffenen Druckverfahren sind dabei nicht auf ein einzelnes System beschränkt: Im Etikettendruck kommen unter anderem Flexodruck, Siebdruck, Thermotransferdruck und Digitaldruck zum Einsatz, und grundsätzlich ist jedes Verfahren, das mehrere Farben oder Druckgänge kombiniert, gegenüber Passerfehlern anfällig.

Für den Etikettendruck ist die passgenaue Ausrichtung aller Druckelemente von besonderer Bedeutung. Mehrfarbige Motive, Schriften, Linien und vor allem Barcodes müssen auf dem fertigen Etikett exakt an der vorgesehenen Position sitzen. Schon geringfügige Versätze können dazu führen, dass ein Barcode maschinell nicht mehr lesbar ist, Schriften unscharf wirken oder das Gesamtbild des Etiketts qualitativ nicht den Anforderungen entspricht. Bei Etiketten mit Beschnitt, Rand-zu-Rand-Druck oder passgenauer Platzierung von Gestaltungselementen ist die korrekte Ausrichtung der Druckdaten bereits in der Druckvorstufe entscheidend: Korrekte Druckvorlagen, eine ausreichende Beschnittzugabe und die richtige Druckerskalierung sind relevante Faktoren, um Passerfehlern im Druck entgegenzuwirken.

Die praktischen Konsequenzen eines Passerfehlers betreffen sowohl Hersteller als auch Käufer von Etiketten. Für Hersteller bedeutet ein erkannter Passerfehler in der Produktion in der Regel Ausschuss, Nachdruckaufwand oder Korrekturmaßnahmen, da die betroffenen Etiketten den Qualitätsanforderungen nicht genügen. Für Käufer wiederum kann ein Passerfehler bedeuten, dass die gelieferten Etiketten für die vorgesehene Anwendung – sei es Produktkennzeichnung, Barcode-Scanning oder ein bestimmtes optisches Erscheinungsbild – nicht einsetzbar sind. Der Passerfehler gehört damit zu den typischen Druckfehlern, die im Etikettendruck sowohl in der Vorstufe als auch in der laufenden Produktion konsequent kontrolliert werden müssen.