Photochrome Farben, auch als lichtreaktive Tinten bezeichnet, sind Druckfarben, die unter UV-Strahlung – etwa durch Sonnenlicht oder Schwarzlicht – ihre Farbe oder Deckkraft reversibel verändern. Die Grundlage dieses Effekts ist eine durch UV-Licht ausgelöste Strukturänderung der Farbstoffmoleküle, die deren Absorptionsverhalten verändert; dieser Vorgang wird als Photochromie bezeichnet. Daneben existieren auch irreversible Varianten, bei denen die UV-induzierte Farbänderung dauerhaft bestehen bleibt.
Technisch werden photochrome Farbstoffe in einem Medium – etwa einem Lösungsmittel, Harz, Polymer oder Bindemittel – gelöst oder dispergiert. Die Polarität des verwendeten Mediums beeinflusst dabei die resultierende Farbe des Farbstoffs. Erhältlich sind photochrome Farben in verschiedenen Basisfarben, zum Beispiel als Wechsel von Weiß zu Violett, Blau, Gelb oder Rot. Im Druck werden sie überwiegend als Siebdruckfarben eingesetzt, darunter auch wasserbasierte Varianten, die für Siebgewebe mit 150 bis 300 Mesh ausgelegt sind. Im Etikettendruck werden photochrome Farben typischerweise als Veredelungsschritt im Siebdruck auf bereits bedruckte Materialien aufgebracht, was zusätzliche Produktionsschritte wie eine separate Siebdruckeinheit sowie die Anpassung von Farbviskosität, Substratverträglichkeit und Trocknung erfordert. Die Aktivierung des Farbwechsels erfolgt durch natürliches Sonnenlicht oder durch UV-Lampen beziehungsweise Schwarzlicht.
Für den Etikettendruck ergeben sich daraus mehrere konkrete Relevanzfelder. Im Bereich Werbung und Promotion ermöglichen photochrome Etiketten sichtbare Farbwechsel oder versteckte Motive, die ausschließlich unter ausreichender UV-Bestrahlung erscheinen – ein Effekt, der sich für saisonale Kampagnen oder interaktive Designs nutzen lässt. Im Innenraum ohne UV-Anteil, etwa hinter UV-filterndem Glas, ist der Effekt deutlich reduziert oder bleibt ganz aus, was bei der Planung von Einsatzbedingungen zu berücksichtigen ist. Ein weiteres Anwendungsfeld ist der Fälschungsschutz: Photochrome Tinte wird explizit als geeignet für fälschungssichere Anwendungen genannt, da sich entsprechende Merkmale nur unter UV-Licht verifizieren lassen. Bei reversiblen Systemen ist der Farbwechseleffekt beliebig oft wiederholbar, solange Material und Farbstoff nicht gealtert oder beschädigt sind. Hersteller müssen zudem die Lichtechtheit der eingesetzten Farben nach DIN 16525 berücksichtigen, da dauerhaft lichtexponierte Etiketten möglicherweise Kompromisse zwischen starkem photochromem Effekt und ausreichender Lichtbeständigkeit erfordern. Konkrete Aussagen zu Haltbarkeit, chemischer Sicherheit oder Lebensmittelkonformität photochromer Etikettenfarben lassen sich aus den vorliegenden Quellen nicht ableiten.