Polyolefin ist im Etikettendruck ein Sammelbegriff für Etikettenfolien aus thermoplastischen Kunststoffen der Polyolefin-Gruppe, zu der insbesondere Polyethylen (PE) und Polypropylen (PP) gehören. Diese Kunststoffe entstehen durch Polymerisation von Olefinen wie Ethylen oder Propylen und bilden die Grundlage für Folienetiketten, die anstelle eines Papierträgers eingesetzt werden.
Im Etikettendruck werden Polyolefinfolien als Trägermaterial für selbstklebende Etiketten verarbeitet. Der Aufbau entspricht dem üblichen Laminatprinzip: Die Polyolefinfolie wird mit einem Klebstoff versehen und mit einem Trägermaterial (Liner) zusammengeführt, sodass eine selbstklebende Materialrolle entsteht. Diese wird auf die für Schmalbahn-Etikettendruckmaschinen üblichen Bahnbreiten zugeschnitten und durchläuft dann den typischen Verarbeitungsprozess aus Bedruckung, Veredelung, Stanzung und Aufwicklung. Als Druckverfahren kommen Flexodruck, Digitaldruck, Siebdruck und Thermotransferdruck zum Einsatz, wobei letzterer vor allem für die nachträgliche Individualisierung im Labor- und Industriebereich verbreitet ist. PE-Folien zeichnen sich durch höhere Weichheit und Dehnbarkeit aus, während PP-Folien steifer sind und eine bessere Temperatur- und Chemikalienbeständigkeit bieten.
Für den Etikettendruck ist Polyolefin immer dann relevant, wenn Papieretiketten den Anforderungen der Anwendung nicht standhalten. Die zentralen Eigenschaften – Wasserfestigkeit, Beständigkeit gegen die meisten Chemikalien und Reißfestigkeit – machen Polyolefin-Etiketten zur bevorzugten Wahl in der Labor- und Probenkennzeichnung, etwa auf Gefäßen, die bei Temperaturen bis –29 °C gelagert werden. In der industriellen Kennzeichnung schätzen Anwender, dass der Aufdruck dauerhaft lesbar bleibt, selbst wenn er mit organischen Lösungsmitteln in Kontakt kommt. Ein weiterer praxisrelevanter Aspekt ist die Haftung auf sogenannten niederenergetischen Kunststoffen wie Polyethylen: Standardetiketten versagen auf diesen Oberflächen häufig, weshalb hier Polyolefin-Etiketten mit speziell abgestimmten Klebstoffen eingesetzt werden. Für Hersteller bedeutet das Material die Möglichkeit, mit vorhandenen Maschinenparks hochbeständige Etiketten zu produzieren, ohne auf spezialisierte Verfahren umsteigen zu müssen. Käufer erhalten robuste Kennzeichnungen, die für manuelle Beschriftung mit Tinten, Markern oder technischen Stiften geeignet sind, was die Flexibilität im Einsatz zusätzlich erhöht.