Polyurethan-Etiketten sind Folienetiketten, deren Trägermaterial aus Polyurethan (PU oder PUR) besteht. Polyurethan ist eine Gruppe von Kunststoffen, die durch die chemische Reaktion von Polyolen mit Polyisocyanaten hergestellt werden. Je nach Formulierung entsteht dabei ein harter oder weicher Werkstoff, der als Elastomer, Schaum, Lack, Klebstoff oder Beschichtung auftreten kann.
Im Etikettendruck wird Polyurethan vor allem als flexibles Folienmaterial eingesetzt, das sich durch seine anschmiegsame Struktur auszeichnet. Diese Eigenschaft macht das Material leicht zerstörbar, was im Sinne von Sicherheitsanwendungen gezielt genutzt wird: Einmal applizierte Etiketten lassen sich nicht rückstandsfrei ablösen oder manipulieren, ohne dabei sichtbar beschädigt zu werden. Gleichzeitig verhält sich Polyurethan-Folie dimensionsstabil, das heißt, sie verformt sich unter mechanischer Belastung und Temperatureinfluss nur minimal. Hinzu kommt eine ausgeprägte Witterungsbeständigkeit, die das Material auch für den Außeneinsatz qualifiziert. Für das Bedrucken von Polyurethan-Etiketten werden Thermotransferdruck mit harzhaltigen Farbbändern sowie Siebdruck als geeignete Druckverfahren genannt. Der Einsatz harzbasierter Farbbänder im Thermotransferdruck ist dabei technisch relevant, weil er ein abgestimmtes Drucksystem voraussetzt und die Auswahl des Farbbands direkt die Haltbarkeit des Druckbilds auf dem Trägermaterial beeinflusst.
Für den Etikettendruck sind Polyurethan-Etiketten vor allem in Bereichen relevant, in denen Sicherheit und Fälschungsschutz im Vordergrund stehen. Typische Anwendungen umfassen Prüfmarken und andere sicherheitskritische Kennzeichnungen mit dokumentenähnlichem Charakter. Die Kombination aus leichter Zerstörbarkeit, Dimensionsstabilität und Witterungsbeständigkeit macht dieses Material zu einer spezifischen Wahl, die sich von Standard-Polyesterfolien oder Papieretiketten deutlich unterscheidet. Wer Polyurethan-Etiketten beschaffen oder einsetzen möchte, muss das Drucksystem entsprechend konfigurieren und insbesondere beim Thermotransferdruck auf harzhaltige Farbbänder zurückgreifen. Auf Materialebenenseite existieren technische Prüfnormen für Polyurethan, darunter ISO 1183 zur Dichtebeschreibung, ISO 62 zur Wasseraufnahme, ISO 4589 für den Sauerstoffindex sowie IEC 60695-11-10 und UL 94 für das Brennverhalten. Diese Normen dienen der Werkstoffbewertung und Spezifikation, beziehen sich jedoch auf das Grundmaterial Polyurethan und nicht auf eine spezifische Etikettennorm für diesen Materialtyp. Eine solche existiert auf Basis der vorliegenden Quellen nicht.