Der QR-Code (Quick Response Code) ist ein zweidimensionaler Matrix-Barcode, der Daten in einem quadratischen Raster aus hellen und dunklen Modulen speichert. Anders als ein herkömmlicher Strichcode codiert er Informationen sowohl horizontal als auch vertikal, was eine erheblich höhere Datendichte ermöglicht. Entwickelt wurde er 1994 von der japanischen Firma Denso Wave ursprünglich für logistische Prozesse in der Automobilindustrie.
Die technische Kapazität eines QR-Codes (Model 2) reicht bis zu 7.089 numerische oder 4.296 alphanumerische Zeichen. Ein zentrales Merkmal ist die eingebaute Fehlerkorrektur in vier Stufen (L, M, Q, H), die dafür sorgt, dass der Code auch dann noch maschinenlesbar bleibt, wenn bis zu etwa 25 Prozent seiner Fläche beschädigt oder verschmutzt sind. Gelesen werden QR-Codes mit optischen Industriescannern, Kamerasystemen in Produktions- und Prüfanlagen sowie mit Smartphones oder Tablets. Im industriellen Umfeld werden sie zur Produktidentifikation, Rückverfolgbarkeit, Materialflusssteuerung und Prozessautomatisierung eingesetzt; im Lebensmittelbereich ermöglichen sie die lückenlose Dokumentation von Herkunfts-, Produktions- und Vertriebsdaten. Auf Etiketten lassen sich damit Seriennummern, Chargeninformationen, technische Daten oder URLs zu Service-Portalen und Dokumentationen hinterlegen.
Für den Etikettendruck hat der QR-Code weitreichende praktische Konsequenzen. Da QR-Code-Etiketten häufig variable Daten enthalten – etwa individuelle Seriennummern oder auftragsspezifische URLs – müssen die eingesetzten Drucksysteme variablen Datendruck on demand unterstützen. Thermotransfer- und Thermodirektdruck auf Rollenetiketten sind hierfür verbreitete Verfahren; für Etiketten mit wechselnden Motiven oder kleineren Auflagen kommt Digitaldruck zum Einsatz. Für die dauerhafte Direktmarkierung auf Bauteilen oder Produkten werden außerdem Lasermarkierung und Nadelprägung genutzt. Die Materialwahl ist entscheidend: Während Papieretiketten für Standardanwendungen ausreichen, sind in industriellen Umgebungen Kunststofffolien aus PE, PP oder PET sowie speziell hitze- und chemikalienbeständige Materialien erforderlich, damit der Code über den gesamten Produktlebenszyklus zuverlässig gelesen werden kann. Etikettenhersteller müssen zudem auf hohen Druckkontrast und präzise Moduldefinition achten, da auch kleine Abweichungen die maschinelle Lesbarkeit beeinträchtigen können. Print-&-Apply-Systeme, die QR-Code-Etiketten direkt an der Produktionslinie drucken und aufbringen, sowie Inline-Vision-Systeme zur automatischen Lesbarkeitskontrolle sind typische Bestandteile solcher Kennzeichnungslinien. Die Fehlerkorrektur des QR-Codes bietet dabei eine wichtige Sicherheitsreserve für raue Produktionsumgebungen, entbindet jedoch nicht von der Pflicht zur sorgfältigen Materialauswahl und Druckqualitätssicherung.