Die Querrichtung (englisch: *cross direction*, CD) bezeichnet im Kontext von Bahnmaterialien die Richtung senkrecht zur Laufrichtung – also quer über die Breite einer Rollen- oder Bahnware. Sie steht damit im direkten Gegensatz zur Maschinenrichtung (MD), welche die Richtung beschreibt, in der das Material durch die Produktionsmaschine läuft. Im Etikettendruck wird diese aus der Papier- und Folienherstellung stammende Terminologie direkt übernommen und für Etikettenbahnen sowie Rollenmaterialien angewendet.
In der praktischen Verarbeitung von Etikettenmaterial spielt die Querrichtung auf mehreren Ebenen eine Rolle. Bei der Layout- und Stanzplanung wird festgelegt, wie ein Etikett auf der Bahn positioniert ist: Liegt die Etikettenbreite in Querrichtung und die Etikettenhöhe in Maschinenrichtung, oder umgekehrt? Diese Entscheidung beeinflusst direkt, wie viele Etiketten nebeneinander – also mehrbahnig in Querrichtung – auf einer Rolle produziert werden können. Längsschnitte verlaufen in Maschinenrichtung, während Querschnitte und entsprechende Stanzlinien in Querrichtung definiert sind. Stanz- und Schneidwerkzeuge müssen daher auf die mechanischen Eigenschaften des Materials in Querrichtung abgestimmt sein, um Risse, Verzug und Maßabweichungen zu vermeiden.
Für den Etikettendruck ist die Querrichtung aus mehreren Gründen von unmittelbarer Bedeutung. Erstens unterscheiden sich die mechanischen Eigenschaften von Papier- und Folienmaterialien – wie Reißfestigkeit, Dehnung und Dimensionsstabilität – je nach Richtung erheblich. Bei orientierten Kunststofffolien, etwa PE, PP oder PET, ist diese Richtungsabhängigkeit besonders ausgeprägt und relevant für Schrumpf- oder Dehnanwendungen. Die Orientierung des Etiketts relativ zur Maschinen- und Querrichtung entscheidet damit über Maßhaltigkeit und Lebensdauer unter mechanischer Belastung. Zweitens bestimmt die Querrichtung die Bahnbreite und damit die Anzahl möglicher nebeneinander produzierter Etikettenbahnen, was direkte Auswirkungen auf Materialausnutzung und Produktionskosten hat. Drittens beeinflusst die Ausrichtung des Etikettendesigns relativ zur Querrichtung, wie das Etikett auf dem Produkt erscheint und wie es von Etikettiermaschinen verarbeitet werden kann: Applikatoren und Druck-Spende-Systeme sind auf definierte Etikettenorientierungen ausgelegt, sodass die Zuordnung von Text oder Barcode zu Maschinen- beziehungsweise Querrichtung für Scannbarkeit, Leserichtung und Maschinenkompatibilität entscheidend ist. Wer Etiketten bestellt, muss diese Orientierung daher bei der Spezifikation angeben.
Normativ stützt sich die Etikettierbranche auf allgemeine Papier- und Foliennormen (ISO-Reihen), in denen Machine Direction und Cross Direction technisch definiert sind – eine eigenständige Etikettennorm für den Begriff existiert nicht.