Das Steg/Napf-Verhältnis einer Rasterwalze beschreibt die geometrische Beziehung zwischen der Stegbreite – also den nicht vertieften Bereichen der Walzenoberfläche – und der Öffnungsweite der eingravierten Näpfchen oder Zellen. Es wird in der Fachsprache als Verhältnis in der Form 1:x angegeben und ist damit eine der grundlegenden Kenngrößen zur Spezifikation einer Rasterwalze.
Die Rasterwalze erfüllt im Druckfarbwerk die Funktion eines präzisen Speicher- und Dosiermediums für Farbe oder Lack. Ihre Oberfläche – üblicherweise aus Keramik oder Chrom gefertigt – trägt eine regelmäßige Gravur aus Näpfchen, Zellen, Linien oder wellenförmigen Kanälen. Im Flexodruck wird die Rasterwalze mit Farbe benetzt, überschüssige Farbe durch die Kammerrakel abgestreift, sodass ausschließlich die Gravurvertiefungen gefüllt bleiben. Diese definierte Farb- oder Lackmenge wird anschließend an die Flexodruckplatte und von dort auf den Bedruckstoff übertragen. Das Steg/Napf-Verhältnis bestimmt dabei maßgeblich, wie viel Fläche der Walzenoberfläche für die Farbaufnahme zur Verfügung steht: Ein breiterer Steg im Verhältnis zur Napföffnung reduziert das aufnehmbare Volumen, während ein engerer Steg mehr Raum für die Gravur lässt. Die Auswahl der passenden Gravurgeometrie beeinflusst damit direkt die übertragbare Farb- oder Lackmenge.
Für den Etikettendruck hat das Steg/Napf-Verhältnis konkrete praktische Konsequenzen. Etiketten werden auf unterschiedlichsten Bedruckstoffen gedruckt – von Etikettenpapier über Folien bis hin zu Spezialsubstraten – und erfordern je nach Anwendung sehr unterschiedliche Farbauftragsmengen. Eine Rasterwalze für einen dünnen Schutzlack auf einem Feinpapier muss anders ausgelegt sein als eine Walze für einen deckenden Goldlackauftrag oder für einen vollfarbigen Druckjob. Hersteller von Etiketten und Einkäufer, die Druckaufträge vergeben, sollten daher wissen, dass die Rasterwalze keine universell einsetzbare Standardkomponente ist, sondern maßgeschneidert auf die jeweilige Anwendung abgestimmt werden muss. Das Steg/Napf-Verhältnis ist dabei ein zentrales Auswahlkriterium: Es beeinflusst nicht nur die Farbdosierung, sondern letztlich auch die Druckqualität und die Reproduzierbarkeit des Druckergebnisses. Wer Rasterwalzen für den Etikettendruck spezifiziert oder beschafft, sollte diesen Wert gemeinsam mit weiteren Kenngrößen wie Lineatur und Gravurvolumen betrachten, um eine zuverlässige und reproduzierbare Farbübertragung sicherzustellen.