Recycled Coat

„Recycled Coat“ ist keine allgemeine Fachbezeichnung, sondern eine spezifische Produktbezeichnung für ein maschinengestrichenes Haftpapier mit sehr hohem Recyclinganteil. Bekannt ist der Begriff vor allem durch das Produkt „Raflatac Recycled Coat PCR“ des Herstellers UPM Raflatac, dessen Obermaterial zu 99 Prozent aus Post-Consumer-Recyclingfasern (PCR) besteht. Es handelt sich um ein weißes, gestrichenes Haftpapier, das als Obermaterial für selbstklebende Etiketten konzipiert ist.

Der Schichtaufbau entspricht dem klassischen Haftetikettenmaterial: Das bedruckbare Obermaterial aus Recyclingpapier liegt auf einer Klebstoffschicht, üblicherweise auf Acryl- oder Kautschukbasis, die wiederum auf einem silikonbeschichteten Trägermaterial aufgebracht ist. Das Obermaterial ist maschinengestrichen und damit für hochwertige, mehrfarbige Drucke ausgelegt. UPM Raflatac führt das Produkt ausdrücklich im Segment der Offset-Haftmaterialien, woraus folgt, dass „Recycled Coat“ primär für den Offsetdruck entwickelt wurde. Grundsätzlich lassen sich Recycling-Haftpapiere auch in anderen gängigen industriellen Etikettendruckverfahren verarbeiten, und die Integration in bestehende Druck- und Etikettiermaschinen ist ohne spezifische Umrüstung möglich.

Für den Etikettendruck ist das Material aus mehreren Gründen relevant. Erstens ermöglicht der Einsatz von „Recycled Coat“ die Herstellung von Etiketten mit dokumentiertem, hohem Recyclinganteil im Obermaterial, was Hersteller und ihre Kunden bei der Erfüllung von Nachhaltigkeitsanforderungen unterstützt. Zertifizierungen wie FSC® Recycled, die bei vergleichbaren Recycling-Haftpapieren vergeben werden, erlauben dabei eine nachweisbare ökologische Produktkommunikation. Zweitens ist zu beachten, dass Recyclingpapiere in der Optik leicht von reinweißen Primärfaserpapieren abweichen können, was bei der Gestaltung farbkritischer Etiketten oder beim Markenauftritt berücksichtigt werden sollte. Drittens betrifft die Recyclingfähigkeit des Gesamtsystems einen weiteren praktischen Aspekt: Untersuchungen zeigen, dass Haftklebstoffe im Papierrecyclingprozess durch Screeningverfahren weitgehend entfernt werden können, sofern der Kleberanteil definierte Grenzwerte nicht überschreitet. Für die Kennzeichnung und Entsorgung sind Recycling-Codes wie PAP 22 für Papieretiketten relevant, die die Materialsortierung erleichtern. Zusammenfassend richtet sich „Recycled Coat“ an Anwendungen, in denen Recyclinganteil, Druckqualität und Kompatibilität mit industriellen Offset-Etikettendruckprozessen gleichermaßen gefordert sind, etwa bei Produkt-, Verpackungs- oder Logistiketiketten mit ökologischem Anspruch.