Ressourceneffizienz

Ressourceneffizienz bezeichnet das Verhältnis von Nutzen oder Funktion einer Tätigkeit beziehungsweise eines Produkts zu den dafür eingesetzten Ressourcen – also Material, Energie und Hilfsstoffe. Ziel ist es, den Ressourceneinsatz pro Nutzeneinheit so weit wie möglich zu minimieren, ohne die Funktionalität zu beeinträchtigen. DIN, VDI und DKE beschreiben Ressourceneffizienz übereinstimmend als möglichst schonende Nutzung von Rohstoffen und Energie bei gleichzeitiger Verlängerung von Produktlebensdauern und Förderung zirkulärer Systeme.

Im industriellen Kontext wird Ressourceneffizienz über Normen, Richtlinien und technische Standards operationalisiert. Für die Druckindustrie sind dabei vor allem die ISO 16759 sowie die in Vorbereitung befindliche ISO 22067 relevant: Die ISO 16759 ermöglicht die Berechnung und Kommunikation des CO₂-Fußabdrucks von Druckprodukten, wobei Material- und Energieeinsatz systematisch erfasst werden. Das ISO-Technische Komitee TC 130 arbeitet zusätzlich an einem normierten Umweltlabel für Druckerzeugnisse. Auf übergeordneter Ebene verpflichtet die EU-Ökodesign-Richtlinie Hersteller energieverbrauchsrelevanter Produkte – darunter auch Druck- und Kennzeichnungssysteme – zu mehr Energieeffizienz, längerer Haltbarkeit und besserer Reparierbarkeit. VDI-Richtlinien ergänzen diesen Rahmen durch Methoden zur ganzheitlichen Bewertung der Ressourceneffizienz von Produkten und Prozessen entlang der gesamten Wertschöpfungskette.

Für den Etikettendruck ist Ressourceneffizienz auf mehreren Ebenen direkt handlungsrelevant. Bei der Materialwahl betrifft es die Auswahl von Etikettensubstraten, die auf Recyclingfähigkeit ausgelegt sind – etwa Papier- oder Kunststoffetiketten, die sich stofflich verwerten lassen –, sowie Klebstoff- und Farbsysteme, die den Recyclingprozess nicht behindern. Auf Prozessebene reduziert die Standardisierung von Druckverfahren nachweislich Makulatur und Rüstzeiten und senkt damit sowohl Material- als auch Energieverbrauch. Normen für standardisierte Druckprozesse, wie sie im Rahmen von ISO/TC 130 erarbeitet werden, leisten genau dazu einen messbaren Beitrag. Bei der Maschinentechnik fließen Ressourceneffizienzanforderungen in die Konstruktion ein: Präzise Formatgestaltung vermindert Randbeschnitt und Materialverschnitt, energieeffiziente Antriebe entsprechen den Ökodesign-Anforderungen, und eine auf Langlebigkeit ausgelegte Bauweise verringert den Ressourcenaufwand über den gesamten Maschinenlebenszyklus. Da Etiketten normativ als Druckerzeugnisse und Kennzeichnungsprodukte behandelt werden, gelten alle genannten Anforderungen aus Drucktechnik- und Kennzeichnungsnormen unmittelbar für dieses Produktsegment. Unternehmen, die Ressourceneffizienz im Etikettendruck systematisch adressieren, können sowohl regulatorische Anforderungen erfüllen als auch den CO₂-Fußabdruck ihrer Druckerzeugnisse transparent ausweisen und optimieren.