RGB

RGB steht für Rot, Grün, Blau und bezeichnet ein additives Farbmodell, bei dem Farben durch die Kombination dieser drei Lichtkanäle erzeugt werden. Bei voller Intensität aller drei Kanäle entsteht Weiß, bei vollständiger Abwesenheit von Licht Schwarz. RGB ist der native Farbraum digitaler Ausgabegeräte wie Monitore, Scanner, Digitalkameras und Videokameras.

Im digitalen Workflow dient RGB typischerweise als Eingabe- oder Quellfarbraum. Produktbilder, Layouts und Markenfarben liegen häufig in RGB vor, weil sie ursprünglich für die Bildschirmdarstellung erstellt oder erfasst wurden. Für die Druckausgabe – ob im Offsetdruck oder im Digitaldruck – muss dieser Farbraum in das subtraktive CMYK-Modell umgerechnet werden, mit dem gedruckte Ausgabesysteme arbeiten. Diese Konvertierung erfolgt im Rahmen des Farbmanagements unter Einsatz von ICC-Profilen, die vom International Color Consortium standardisiert werden. Ein wesentlicher Aspekt dabei: Der RGB-Farbraum ist größer als der typische Druckfarbraum. Farben, die auf einem Monitor leuchtend und gesättigt erscheinen, lassen sich im Druck nicht zwingend identisch reproduzieren.

Für den Etikettendruck hat dieser Unterschied direkte praktische Konsequenzen. Wer ein Etikett gestaltet oder in Auftrag gibt, arbeitet am Bildschirm zwangsläufig in RGB – die dargestellten Farben sind jedoch keine verlässliche Vorschau auf das gedruckte Ergebnis. Produktfarben, Markenlogos oder Verpackungsdesigns, die in RGB angelegt sind, müssen vor der Druckproduktion in einen druckbaren Farbraum überführt werden. Ohne ein durchgängiges Farbmanagement entstehen dabei Abweichungen, die im fertigen Etikett sichtbar werden können. Um diese Abweichungen zu kontrollieren, sind klar definierte ICC-Profile und – für farbverbindliche Ausgaben – ein Contract Proof nach ISO 12647-7 relevant.

Für Etikettenhersteller bedeutet das: Die sorgfältige Verarbeitung von RGB-Quelldaten, die korrekte Profilzuweisung und eine kontrollierte Konvertierung nach CMYK sind Voraussetzungen für eine reproduzierbar farbgenaue Ausgabe. Für Etikettenbesteller gilt entsprechend: Monitorfarben dürfen nicht als Druckfarben interpretiert werden. Wer Farbverbindlichkeit erwartet, sollte vor der Produktion gemeinsam mit dem Dienstleister Farbdefinitionen, ICC-Profile und Proofverfahren abstimmen. Nur so lässt sich sicherstellen, dass die Farbe auf dem fertigen Etikett der ursprünglichen Gestaltungsabsicht möglichst nahekommt.