RM4SCC (Royal Mail 4-State Customer Code) ist eine 1D-Barcodesymbologie, die von Royal Mail für die automatisierte Postsortierung entwickelt wurde. Der Code codiert UK-Postleitzahlen sowie den sogenannten Delivery Point Suffix (DPS) in maschinenlesbarer Form und wird primär im Dienst Cleanmail eingesetzt. Neben dem Vereinigten Königreich nutzen auch Singapore Post sowie Postdienste in Australien und den Niederlanden diese oder kompatible Varianten.
Das technische Prinzip von RM4SCC basiert auf einer höhenmodulierten Symbologie mit vier möglichen Balkenzuständen: Ein Balken kann nur mittlere Höhe haben, nur einen Aufstrich (Ascender), nur einen Abstrich (Descender) oder beides gleichzeitig aufweisen. Jedes Datenzeichen besteht aus genau vier Balken, wobei jeweils zwei als Ascender und zwei als Descender ausgeführt sind. Aus diesen Kombinationen ergeben sich 36 unterschiedliche Symbolwerte, die die Ziffern 0–9 sowie die Großbuchstaben A–Z abbilden. Ein vollständiger Code besteht aus einem Startzeichen, den codierten Nutzdaten (Postcode und DPS), einem berechneten Prüfzifferzeichen zur Fehlererkennung sowie einem Stoppzeichen. Start- und Stoppzeichen sind bewusst unterschiedlich gestaltet, sodass der Code in beiden Leserichtungen zuverlässig erkannt werden kann. Die vorgeschriebene Zeichendichte liegt bei 20 bis 24 Balken pro 25,4 mm. Fehlerhafte Codes führen in automatisierten Briefsortieranlagen direkt zu Lesefehlern und damit zu Sortierfehlern oder Verzögerungen.
Für den Etikettendruck hat RM4SCC konkrete Auswirkungen auf Materialwahl, Druckverfahren und Softwareausstattung. Royal Mail schreibt strikte Vorgaben für Balkenhöhe, -breite, -abstand sowie Ruhezonen von mindestens 2 mm um den Barcode vor. Außerdem müssen Druckmedium und Druckbild einen ausreichenden Kontrast aufweisen, weshalb typischerweise helles oder weißes Etikettenmaterial mit dunklem Aufdruck verwendet wird. Im industriellen Etikettendruck kommen Thermodirekt- und Thermotransferdrucker, Laserdrucker oder Inkjet-Systeme zum Einsatz, sofern sie die geforderte Strichschärfe und Dichte erreichen. Zur Codegenerierung werden spezialisierte Barcode-Font-Pakete oder Softwarebibliotheken benötigt, die neben der korrekten Zeichencodierung auch die automatische Berechnung der Prüfziffer übernehmen – eine manuelle Umsetzung ohne solche Werkzeuge ist fehleranfällig.
Für Anwender, die Massensendungen über Dienste wie Cleanmail abwickeln, ist der korrekte Einsatz von RM4SCC unmittelbar mit Portorabatten und Tarifvorteilen verbunden. Etiketten müssen dafür exakt nach den Vorgaben der Royal Mail gedruckt werden: korrekte Postcode- und DPS-Daten, normgerechte Geometrie und geeignetes Material. Druckdienstleister, die RM4SCC-Etiketten produzieren, tragen die Verantwortung dafür, dass ihre Systeme diese Anforderungen vollständig erfüllen – andernfalls riskieren Versender Sortierausfälle, Reklamationen und den Verlust vereinbarter Postkonditionen.