Ein Rundumetikettierer ist eine Etikettiermaschine, die selbstklebende Etiketten vollständig umlaufend über den gesamten Umfang zylindrischer oder runder Produkte aufbringt. Typische Anwendungsobjekte sind Glasflaschen, Kunststoffflaschen, Dosen, Röhren, Ampullen und Gläser. Der Begriff bezeichnet damit eine spezifische Variante der Etikettiermaschine, die auf die Etikettierart der Rundumetikettierung ausgelegt ist.
Das technische Grundprinzip besteht darin, das runde Produkt während des Etikettiervorgangs in Rotation zu versetzen, während das Etikett synchron von einem Etikettenspendekopf abgespendet und über Andruckrollen oder -bänder rundum angelegt wird. Ein verbreitetes mechanisches Prinzip ist das Drei-Rollensystem: Das Behältnis wird zwischen drei Rollen fixiert, gestoppt und dann während der Etikettenapplikation gedreht. Je nach Automatisierungsgrad unterscheidet man halbautomatische Tischgeräte, bei denen das Produkt manuell eingelegt und anschließend automatisch in Rotation versetzt wird, von vollautomatischen Anlagen, die über Förderbänder, Produktführungen und Kontrollstationen in industrielle Verpackungs- und Abfülllinien integriert sind. Hochleistungsmaschinen für vollautomatische Linien erreichen Durchsätze von bis zu 600 Produkten pro Minute. Vollautomatische Systeme, etwa im Pharmabereich, verfügen zudem über Kontroll- und Ausschleusstationen, die fehlerhaft etikettierte Produkte erkennen und aussortieren.
Für den Etikettendruck und die Etikettenauswahl hat der Einsatz eines Rundumetikettierers konkrete Konsequenzen. Zunächst muss die Etikettenlänge exakt auf den Umfang des jeweiligen Behältnisses abgestimmt sein, damit das Rundumetikett passgenau und ohne Überlappungsfehler aufgebracht werden kann. Darüber hinaus müssen Trägermaterial, Klebstoff und Obermaterial des Etiketts mit dem Spendekopf, der Spendekante sowie dem Produktmaterial – etwa Glas oder Kunststoff – kompatibel sein. Bei Hochgeschwindigkeitsanlagen stellt die mechanische Beanspruchung beim Abspenden zusätzliche Anforderungen an die Dimensionstoleranz und die Reißfestigkeit des Etikettenmaterials, um einen störungsfreien Maschinenlauf sicherzustellen. Sofern an einem Rundkörper zusätzlich Vorder- und Rückseitenetiketten aufgebracht werden sollen, müssen Größe, Position und Abstand der Etiketten mit den mechanischen Möglichkeiten der jeweiligen Anlage abgestimmt werden. Da ein Rundumetikettierer häufig für eine breite Palette zylindrischer Produkte eingesetzt wird – von Honiggläsern über Pharmaampullen bis zu Industrieröhren – beeinflusst dies auch die Standardisierung von Etikettenformaten und kann sich direkt auf Stückkosten und Lagerhaltung auswirken.