Eine Smart Card (auch Chipkarte oder Integrated Circuit Card, ICC) ist eine meist aus Kunststoff gefertigte Karte mit einem eingebetteten Mikrochip, der nichtflüchtigen Speicher sowie einen eigenen Prozessor mit Betriebssystem enthalten kann. Der Chip ermöglicht die sichere Datenspeicherung und kryptographische Funktionen. Die Kommunikation mit Lesegeräten erfolgt entweder über vergoldete Kontaktflächen (Kontakt-Smartcard), über elektromagnetische Wellen per RFID oder NFC (kontaktlose Smartcard) oder über beide Schnittstellen kombiniert (Hybrid-Smartcard).
Das physische Standardformat ist durch ISO 7816 geregelt und entspricht mit 85,60 × 53,98 mm dem bekannten Scheckkartenformat (ID-1-Format). Kontaktlose Smartcards verfügen über eine in den Träger integrierte Antenne, über die sowohl Daten übertragen als auch die Energieversorgung des Chips sichergestellt wird – ein Prinzip, das technisch identisch mit dem Aufbau von RFID-Etiketten ist. Smartcards werden über spezialisierte Codierer beschrieben und personalisiert, wobei Schlüssel, Benutzer- oder Produktdaten auf den Chip aufgespielt werden.
Für den Etikettendruck und die industrielle Kennzeichnung ist die Smart-Card-Technologie vor allem in Form sogenannter Smart Labels relevant. Diese etikettenförmigen Datenträger bestehen aus einem Papier- oder Folienobermaterial, einem darin eingebetteten RFID-Inlay mit Mikrochip und einer integrierten Antenne, alles zwischen zwei fest verleimten Lagen eingeschlossen. Damit überträgt das Smart Label das Funktionsprinzip der kontaktlosen Smartcard auf ein flaches, etikettierfähiges Format, das sich in bestehende Druck- und Applikationsprozesse integrieren lässt. Hersteller müssen dabei gegenüber herkömmlichen Etiketten zusätzliche Fertigungsschritte berücksichtigen: Das Einbetten der Chip-Inlays erfordert angepasste Materialien und Maschinenführung, und neben dem eigentlichen Druckprozess – etwa Thermotransfer für variable Daten wie Chargen- oder Seriennummern – ist ein separater RFID-Kodierungsschritt notwendig, in dem Tag-ID, Nutzdaten oder EPC-Codes auf den Chip geschrieben werden.
Für Anwender in Produktion, Lager und Logistik bedeutet der Einsatz von Smart-Label-Etiketten eine erweiterte Identifikationsmöglichkeit: Neben dem optisch lesbaren Barcode oder QR-Code ermöglicht der integrierte Chip die berührungslose, automatisierte Datenerfassung per RFID- oder NFC-Leser, was Inventur- und Scanprozesse beschleunigt. Gleichzeitig unterstützt die Technologie die eindeutige Rückverfolgbarkeit von Produkten und Assets über die gesamte Prozesskette – von der Fertigung bis zum Endkunden – und hilft dabei, branchenspezifische Anforderungen an regelkonforme Kennzeichnung und Dokumentation zu erfüllen. Käufer sollten beachten, dass für die Nutzung der Chipfunktion geeignete RFID- bzw. NFC-Lesegeräte sowie eine entsprechende IT-Infrastruktur zur Verarbeitung der ausgelesenen Daten vorhanden sein müssen.