Stanzen bezeichnet im Etikettendruck das mechanische Herausschneiden von Etiketten oder Etikettenformen aus dem Rohmaterial mithilfe spezieller Stanzwerkzeuge. Das Verfahren trennt die fertigen Etiketten in ihrer endgültigen Kontur vom Materialverband und ist damit ein zentraler Schritt in der Konfektionierung von Etiketten.
In der Praxis beginnt der Stanzvorgang mit einer Rolle des Rohmaterials, die durch die Stanzmaschine geführt wird. Grundsätzlich unterscheidet man zwei Verfahren: das Flachbettstanzen und das Rotationsstanzen. Beim Rotationsstanzen wird das Material an einem Magnetzylinder vorbeigezogen, während die Schneidekanten des rotierenden Werkzeugs die gewünschten Konturen aus dem Material herausarbeiten. Je nach Format und Materialart kommen dabei entweder Festkörperstanzen oder Magnetzylinder mit aufgebrachten Stanzblechen aus Metall zum Einsatz. Nach dem Stanzvorgang wird das sogenannte Abfallgitter – das verbleibende Restmaterial zwischen den ausgestanzten Etiketten – abgewickelt und separiert. Verarbeitbar sind grundsätzlich Papier, Karton und Folie, wobei das Stanzen typischerweise nach dem Druckprozess stattfindet, wenn aus dem bedruckten Rohmaterial die Endform erzeugt wird. Neben dem reinen Ausschneiden der Etikettenform können Stanzwerkzeuge auch für verwandte Verfahren wie Anstanzen, Perforieren, Abtrennen, Ausstanzen und Lochen eingesetzt werden.
Für den Etikettendruck ist das Stanzen aus mehreren Gründen technisch bedeutsam. Bei Haftverbundmaterialien – also Etikettenmaterial mit Klebeschicht und Trägerpapier – muss das Stanzwerkzeug so präzise eingestellt sein, dass ausschließlich die Etikettennutzschicht durchtrennt wird, das Trägermaterial jedoch unbeschädigt bleibt. Wird der Träger durch das Werkzeug beschädigt, können sich Etiketten später nicht mehr sauber ablösen oder der Kleber blutet aus. Beides führt zu Problemen beim Einsatz in Etikettendruckern und automatischen Etikettieranlagen. Für Hersteller erfordert das eine exakte Abstimmung des Stanzwerkzeugs auf das jeweilige Material. Für Einkäufer und Verwender bedeutet die Wahl des Stanzverfahrens konkret, dass Etiketten in einer definierten Form, mit optionaler Perforation oder Lochung und passend für den vorgesehenen Verarbeitungsprozess geliefert werden. Die Auswahl von Stanzform, Material und Maschine wirkt sich damit unmittelbar auf die Verarbeitbarkeit und die Funktion der Etiketten im Einsatz aus.