Tyvek

Tyvek ist eine eingetragene Marke von DuPont für ein Polyethylen-Spinnvlies, das vollständig aus HDPE-Fasern besteht. Diese Fasern werden willkürlich übereinandergelegt und unter Wärme und Druck zu einem dichten Vliesstoff verfestigt. Das Ergebnis ist kein klassisches Papier und keine herkömmliche Kunststofffolie, sondern ein eigenständiger Werkstofftyp, der Eigenschaften beider Materialklassen in sich vereint.

Im Etikettendruck wird Tyvek als druckfähiges Substrat für Etiketten und Anhänger eingesetzt, die hohen mechanischen oder klimatischen Belastungen standhalten müssen. Das Material ist nahezu reißfest, wasserfest, chemikalienbeständig, UV-beständig sowie abrieb- und alterungsbeständig. Sein Einsatztemperaturbereich reicht von −20 °C bis +80 °C. Tyvek wird unter anderem in Flächengewichten von 105 g/m² für Schlaufenetiketten und in Stärken von 275 µm angeboten. Typische Anwendungsfelder sind die Etikettierung chemischer Produkte und Behälter, Kosmetiketiketten, Pflanzenkennzeichnung im Gartenbau sowie die industrielle Kennzeichnung in anspruchsvollen Umgebungen. Auch Schlüsselaufbewahrung und Warenkennzeichnung gehören zu den genannten Einsatzbereichen.

Für Druckereien und Etikettenhersteller hat die Materialstruktur von Tyvek direkte Auswirkungen auf die Verarbeitung. Im Digitaldruck lässt sich Tyvek unkompliziert bedrucken. Im Offsetdruck sind jedoch spezifische Anpassungen erforderlich: Da Kohlenwasserstoff-Lösungsmittel das Material aufquellen lassen, müssen lösemittelarme Offsetfarben mit maximal drei Prozent flüchtigen Lösemitteln eingesetzt werden. Tyvek absorbiert kaum Wasser, weshalb der Feuchtmitteleinsatz gegenüber dem Papierdruck reduziert werden muss. Der Druckeinzug sollte 0,08 bis 0,10 mm tiefer eingestellt werden als bei Papier vergleichbarer Stärke, und es empfiehlt sich eine dünne Farbschicht, um Verzug zu vermeiden. Da Offsetfarben auf Tyvek langsamer trocknen als auf Papier, werden maximale Stapelhöhen von 50 cm empfohlen. Das Material ist corona-vorbehandelt und trägt eine antistatische Beschichtung, um die Farbhaftung zu verbessern. Tyvek kann beidseitig bedruckt werden, wobei in der Regel die glattere Seite zuerst bedruckt wird. Für bestimmte Schlaufenetiketten ist auch der Druck mit Nadeldruckern möglich. Zu den genannten Veredelungsoptionen gehören Heißfolie und Schutzlack. Das Material wird in Rollenform angeboten, was die Verarbeitung auf Etikettenverarbeitungs- und Spendeanlagen ermöglicht.

Für Etikettenanwender bietet Tyvek eine langlebige Kennzeichnungslösung, die auch bei Kontakt mit Wasser, Öl, Fett und vielen Chemikalien funktionsfähig und lesbar bleibt – ein entscheidender Vorteil gegenüber Papieretiketten in anspruchsvollen Umgebungen.