Unsichtbare UV-Merkmale sind Kennzeichnungen auf Produkten oder Etiketten, die unter normalem Tageslicht nicht sichtbar sind und erst durch Bestrahlung mit UV-Licht, sogenanntem Schwarzlicht, als Schrift, Code oder Symbol erkennbar werden. Grundlage dieser Technologie sind UV-fluoreszierende Tinten, die unter Normallicht transparent oder kaum wahrnehmbar erscheinen, unter UV-Bestrahlung jedoch aufleuchten. Im Kontext der industriellen Kennzeichnung wird dieses Prinzip auch als verdeckte Kennzeichnung oder Covert Coding bezeichnet.
Technisch basiert das Verfahren auf UV-aktiven Sicherheitstinten, die sich für unterschiedliche Substrate eignen, darunter Glas, Kunststoffe, Verpackungsmaterialien und Holz. Im Etikettendruck werden diese Tinten häufig mittels Inkjet-Coding-Systemen aufgetragen, sowohl über stationäre Industriecodierer als auch über mobile Inkjet-Drucker, die eine flexible Integration in bestehende Produktionslinien ermöglichen. Die Kennzeichnungen lassen sich zu jedem Zeitpunkt im Produktionsprozess aufbringen. Sichtbar gemacht werden sie ausschließlich durch UV-Lichtquellen oder Scanner mit integrierter UV-Beleuchtung, was den Kreis der Leser auf ausgerüstete Partner in der Lieferkette beschränkt. Forschungsansätze gehen darüber hinaus: In dünne Plastikfolien eingebrachte organische Moleküle können durch Maskenbelichtung oder Laserschreiben lokal aktiviert werden und so strukturierte Muster wie Barcodes erzeugen.
Für den Etikettendruck ist diese Technologie aus mehreren Gründen relevant. Erstens ermöglichen unsichtbare UV-Merkmale einen präventiven Fälschungsschutz, ohne das sichtbare Etikettendesign zu verändern. DataMatrix-Codes oder Barcodes können vollständig als UV-Kennzeichnung ausgeführt werden und sind für den Endkunden nicht wahrnehmbar. Das schützt den Markenauftritt und fügt gleichzeitig eine verdeckte Sicherheitsebene hinzu. Zweitens dienen solche Merkmale der lückenlosen Rückverfolgbarkeit durch die Lieferkette: Versteckte Codes auf Etiketten oder Verpackungen ermöglichen eine Produktverfolgung, die für unbeteiligte Dritte unsichtbar bleibt. Eingesetzt wird diese Methode unter anderem bei Pharmaprodukten, hochwertigen Kosmetika und Premium-Getränken. Drittens bieten UV-Kennzeichnungen einen dokumentierten Schutz für Etiketten auf Dokumenten mit erhöhten Sicherheitsanforderungen, da solche Merkmale weder fotografiert noch fotokopiert werden können. Für Käufer und Verarbeiter von Etiketten bedeutet der Einsatz unsichtbarer UV-Merkmale, dass zur Verifikation geeignete Prüfausrüstung in Form von UV-Lichtquellen oder entsprechenden Lesesystemen erforderlich ist. Die Authentifizierung von Produkten und die Unterscheidung von Original und Fälschung ist nur dann möglich, wenn diese Ausrüstung vorhanden ist. Unsichtbare UV-Merkmale stellen damit eine eigenständige, zusätzliche Druckebene dar, die bei der Materialauswahl, der Druckverfahrenswahl und der Systemintegration gezielt mitgeplant werden muss.