UV-Druck beziehungsweise UV-Härtung bezeichnet im Druckkontext die Aushärtung von Druckfarben, Tinten oder Lacken durch UV-Strahlung im Wellenlängenbereich von 200 bis 400 Nanometern. Dabei löst das UV-Licht über sogenannte Fotoinitiatoren eine chemische Reaktion aus, bei der sich die Bestandteile der flüssigen Schicht vernetzen und in einen festen Zustand übergehen. Dieser Vorgang wird in der Druckersprache häufig als „UV-Trocknung“ bezeichnet, technisch handelt es sich jedoch nicht um Trocknung, sondern um einen Polymerisationsprozess, also eine chemische Härtung.
Im Gegensatz zu konventionellen Druckfarben, die durch Verdunstung von Lösemitteln oder Oxidation trocknen, härten UV-Systeme in Sekundenbruchteilen aus, sobald sie der UV-Strahlung ausgesetzt werden. Für die Härtung werden UV-Lichtquellen eingesetzt, darunter klassische Quecksilberdampflampen sowie in moderneren Anlagen LED-Leuchtmittel. Zur Sicherstellung gleichbleibender Prozessqualität wird die UV-Intensität mit Radiometern gemessen. UV-Druckfarben und UV-Lacke sind in der Regel Hundert-Prozent-Systeme, das heißt, sie enthalten keine nennenswerten Mengen flüchtiger organischer Verbindungen (VOC). Ihre typischen Bestandteile sind Pigmente, UV-härtbare Harze beziehungsweise Bindemittel sowie Fotoinitiatoren. Fachlich wird dabei zwischen radikalisch und kationisch härtenden Systemen unterschieden: Kationische UV-Farben weisen geringeren Schrumpf bei der Härtung auf und gelten als haftstärker auf vielen Polymerfolien.
Für den Etikettendruck ist UV-Härtung eine bedeutende Trocknungstechnologie, die nicht als eigenständiges Druckverfahren, sondern als Ergänzung zu bestehenden Verfahren wie Flexodruck, Offsetdruck oder Digitaldruck eingesetzt wird. Ein wesentlicher Vorteil im Produktionsalltag besteht darin, dass die Farbe im Farbwerk nicht antrocknet, auf dem Bedruckstoff jedoch sofort aushärtet. Dadurch entfällt konventionelle Trocknungszeit, und bedruckte Etiketten können ohne Verzögerung weiterverarbeitet werden, etwa gestanzt, laminiert oder aufgerollt. Für Etikettenhersteller bedeutet das kürzere Durchlaufzeiten und einen effizienteren Produktionsprozess. Gegenüber konventionellen Systemen bieten UV-Druckfarben zudem höhere Brillanz sowie eine bessere Scheuerfestigkeit. Der Verzicht auf flüchtige Lösemittel unterscheidet UV-Farben außerdem emissionsseitig von lösemittelhaltigen Systemen, was bei der Auswahl von Druckverfahren für bestimmte Anwendungen relevant sein kann.
Für Hersteller und Verarbeiter von Etiketten sind beim Einsatz von UV-Systemen jedoch auch Sicherheitsaspekte zu beachten: Nicht ausgehärtete UV-Druckfarben können Allergien auslösen, da enthaltene Acrylate Hautkontakt nicht tolerieren. Entsprechende Schutzmaßnahmen, Unterweisungen und geeignete Arbeitsverfahren sind daher erforderlich. Reste nicht ausgehärteter UV-Druckfarben und -Lacke gelten als besonders überwachungsbedürftiger Abfall und sind unter der EAK-Schlüsselnummer 08 03 12 zu entsorgen.