Verblassen bezeichnet im Etikettendruck den Verlust der Farbintensität eines Druckbildes infolge chemischer Veränderungen der eingesetzten Farbmittel unter Lichteinwirkung. Ausgelöst wird dieser Prozess vor allem durch kurzwellige UV-Strahlung, die die chemische Konstitution organischer Farbstoffe und Pigmente verändert, sodass diese ihre farbgebenden Eigenschaften ganz oder teilweise einbüßen. Verblassen ist damit das direkte Gegenstück zur Lichtechtheit: Ein Druckbild mit geringer Lichtechtheit verblasst schnell, eines mit hoher Lichtechtheit behält seine Farbintensität auch bei dauerhafter oder langer Lichteinwirkung.
Im technischen Kontext wird Verblassen durch mehrere Faktoren beeinflusst: die Lichtechtheit der verwendeten Farbmittel in der Druckfarbe, die Konzentration der Farbmittel sowie die Schichtdicke des aufgetragenen Farbfilms. Zur Bewertung des Verhaltens werden Licht- und Bewitterungstests eingesetzt, bei denen Druckmuster einer definierten Bestrahlung ausgesetzt werden, deren spektrale Zusammensetzung dem jeweiligen Anwendungsfall entspricht. Der Test läuft so lange, bis eine messbare Farbveränderung oder ein sichtbares Verblassen eintritt. Dieses Ergebnis dient anschließend als Maßstab für die Beurteilung der Lichtechtheit des geprüften Etikettendrucks.
Für den Etikettendruck ist Verblassen ein zentrales Qualitätskriterium, das bei der Materialauswahl, der Druckfarbenwahl und der Festlegung von Anforderungsprofilen berücksichtigt werden muss. Besonders kritisch ist es bei Außenanwendungen, wo Etiketten dauerhafter Sonneneinstrahlung ausgesetzt sind und unzureichend lichtechte Druckfarben schnell ihre Farbintensität verlieren. Aber auch im industriellen Innenbereich spielt Verblassen eine Rolle, insbesondere bei Qualitätssicherungs-, Prüf- und Sicherheitsetiketten, die über ihren gesamten Nutzungszeitraum eindeutig lesbar bleiben müssen. Verblasste Kennzeichnungen wie „geprüft“, „gesperrt“ oder „freigegeben“ können dazu führen, dass mangelhafte Produkte nicht als solche erkannt und versehentlich weiterverarbeitet werden.
Für Hersteller von Etiketten bedeutet dies konkret: Sobald hohe Anforderungen an die Lichtechtheit gestellt werden, dürfen ausschließlich Druckfarben mit entsprechend hoher Lichtbeständigkeit eingesetzt werden. Käufer und Anwender von Etiketten wiederum sollten bei der Produktauswahl den geplanten Einsatzort und die voraussichtliche Lichtexposition als Auswahlkriterium heranziehen, um sicherzustellen, dass die Kennzeichnung über den gesamten vorgesehenen Nutzungszeitraum ihre Funktion erfüllt. Verblassen ist damit kein rein ästhetisches Problem, sondern kann die Funktionssicherheit einer Kennzeichnung direkt beeinträchtigen.