Versionierungsdruck

Der Begriff „Versionierungsdruck“ ist in der einschlägigen Fachliteratur zum industriellen Etikettendruck, in Herstellerdokumentationen sowie in geltenden Normen und Standards nicht als eigenständiger, definierter Fachbegriff nachweisbar. Er findet sich weder in technischen Spezifikationen noch in branchenüblichen Klassifikationen der Druckverfahren. Wer den Begriff im Kontext von Etiketten und industrieller Kennzeichnung begegnet, sollte daher wissen, dass es sich nicht um eine standardisierte Bezeichnung handelt.

In der Praxis deckt das, was mit „Versionierungsdruck“ gemeint sein könnte, ein gut beschriebenes Aufgabenfeld ab, das unter anderen, etablierten Begriffen geführt wird: variabler Datendruck, Chargenkennzeichnung, Loskennzeichnung oder Serialisierung. Dahinter steckt die technische Anforderung, auf Etiketten produktspezifische, wechselnde Informationen aufzubringen – etwa Seriennummern, Chargennummern, Mindesthaltbarkeitsdaten, Barcodes oder DataMatrix-Codes. Diese Informationen unterscheiden sich von Etikett zu Etikett oder von Produktlauf zu Produktlauf und müssen flexibel, schnell und prozesssicher gedruckt werden können.

Für den Etikettendruck sind dafür bestimmte Verfahren etabliert. Der Thermotransfer- und der Thermodirektdruck gelten als Standardlösung für variable Daten auf Etikettenrollen, da sie sich direkt in die Produktion integrieren lassen und eine hohe Druckqualität auch bei wechselnden Inhalten liefern. Inkjet-Systeme – sowohl Continuous-Inkjet als auch Piezo-Inkjet – ermöglichen die direkte Kennzeichnung auf Verpackungen oder Etiketten im laufenden Produktionsprozess. Laserbeschriftung wird für besonders dauerhafte Kennzeichnungen eingesetzt. Für vorgedruckte Etikettenlayouts mit gleichbleibendem Grunddesign kommen Flexodruck und Digitaldruck zum Einsatz, wobei variable Daten häufig in einem nachgelagerten Schritt ergänzt werden.

Die Materialwahl hängt dabei eng mit den Anforderungen der jeweiligen Anwendung zusammen. Industrieetiketten werden aus Folien wie PVC, PET, PE oder PP gefertigt, mit unterschiedlichen Haftklebstoffen ausgestattet und müssen je nach Einsatzbereich Witterung, Chemikalien oder hohe Temperaturen überstehen. Diese Eigenschaften bleiben unabhängig davon relevant, ob die Etiketten mit einem festen oder einem variablen Inhalt bedruckt werden.

Für Einkäufer und Hersteller von Etiketten bedeutet das in der Konsequenz: Wer flexibel auf unterschiedliche Produkte, Chargen oder gesetzliche Kennzeichnungspflichten reagieren muss, braucht kein Verfahren namens „Versionierungsdruck“, sondern ein abgestimmtes System aus geeignetem Druckverfahren, passendem Etikettenmaterial und einer Software, die variable Daten zuverlässig verwaltet. Die Begriffe, unter denen diese Lösungen in Fachgesprächen, Ausschreibungen und Normen zu finden sind, lauten variabler Datendruck, Serialisierung und Chargenkennzeichnung.