Wet Inlay

Ein Wet Inlay ist ein RFID-Inlay, das neben einem integrierten Schaltkreis (Chip) und einer Antenne auf einem Substrat – typischerweise einer PET-Folie – bereits eine druckempfindliche Klebstoffschicht sowie einen silikonbeschichteten Release-Liner besitzt. Es stellt damit ein selbstklebendes Halbfabrikat oder fertiges Etikett dar und unterscheidet sich vom Dry Inlay, dem diese Klebeschicht fehlt.

Hergestellt wird ein Wet Inlay, indem ein Dry Inlay nachträglich mit einem druckempfindlichen Klebstoff – in der Regel auf Acryl- oder Hotmelt-Basis – beschichtet und auf einen Release-Liner kaschiert wird. Optional schützt eine dünne Deckfolie, etwa aus PP, das Inlay zusätzlich. Antennenmaterial ist je nach Ausführung Kupfer, Aluminium oder Silber. Für die Kommunikation mit Lesegeräten gelten bei UHF-Wet-Inlays üblicherweise die Standards ISO/IEC 18000-6C beziehungsweise EPCglobal Class 1 Gen 2. Wet Inlays werden auf Rolle geliefert und können direkt als Peel-and-Stick-RFID-Etikett auf Produkte, Verpackungen oder andere Oberflächen appliziert werden, ohne dass zusätzliche Verarbeitungsschritte im eigenen Betrieb notwendig sind.

Für den Etikettendruck und die Etikettenkonvertierung ist das Wet Inlay aus mehreren Gründen bedeutsam. Konverter können es durch Laminieren mit einem bedruckbaren Facestock aus Papier oder Kunststoff sowie anschließendes Stanzen zu fertigen, bedruckbaren RFID-Etiketten weiterverarbeiten. Das Bedrucken des Facestocks – etwa im Thermotransfer-, Inkjet- oder Flexodruckverfahren – erfolgt dann in der Etikettendruckmaschine oder Konvertierungslinie. Da Klebstoff und Liner bereits integriert sind, sind geringere Investitionen und kürzere Rüstzeiten möglich, was Wet Inlays besonders für hohe Stückzahlen attraktiv macht. Gleichzeitig ist die Gestaltungsfreiheit durch die begrenzte Bandbreite an verfügbaren Formaten, Klebstoffvarianten und Geometrien eingeschränkt; wer mehr Flexibilität im Etikettenaufbau benötigt, greift eher auf Dry Inlays zurück, die erst im Konvertierungsprozess weiterverarbeitet werden.

Für Etikettenkäufer und Anwender bieten Wet Inlays den Vorteil der sofortigen Einsatzbereitschaft: Der Liner wird abgezogen, das Inlay wie ein normaler Aufkleber appliziert. Die meisten Ausführungen sind für permanente Anwendungen ausgelegt, was ablösbare oder wiederverwendbare Varianten schwieriger realisierbar macht. Typische Einsatzbereiche sind Retail, Logistik, Inventur sowie die Produkt- und Objektkennzeichnung in Industrie und Handel. Wegen ihrer vergleichsweise geringen Bauhöhe eignen sich Wet Inlays auch dazu, unauffällig zwischen Kartonlagen oder hinter andere Etiketten laminiert zu werden. Im Vergleich zu Dry Inlays sind Wet Inlays durch Klebstoff und Liner etwas kostenintensiver, reduzieren aber den internen Verarbeitungsaufwand beim Anwender spürbar.