Ein Wiederverschlussetikett ist ein Produktetikett, das gleichzeitig als Verschluss einer Verpackung dient und nach dem ersten Öffnen erneut verschlossen werden kann. Es vereint damit zwei Funktionen in einem einzigen Element: die Kennzeichnung des Produkts und die physische Sicherung der Verpackung. Eine normativ festgelegte Definition des Begriffs existiert in einschlägigen Standards bislang nicht; in der Praxis wird es auch als Verschlussetikett oder Produktetikett mit Verschlussfunktion bezeichnet.
Im Einsatz wird das Wiederverschlussetikett so auf eine Verpackung aufgebracht, dass es deren Öffnung überbrückt und versiegelt. Beim ersten Öffnen löst der Endverbraucher das Etikett zumindest teilweise ab, um an den Inhalt zu gelangen. Anschließend lässt sich das Etikett wieder auf die Verpackung aufkleben und stellt so den Verschluss erneut her. Diese Wiederverschließbarkeit schützt den Inhalt zwischen den Verwendungen und bietet gleichzeitig einen Erstöffnungsschutz, der unbefugtes Öffnen vor dem Kauf sichtbar macht. Typische Anwendungsfelder sind Vorratspackungen sowie Nonfood-Verpackungen; konkret genannt werden Produkte wie Trockenfrüchte, Müsli oder Kekse, bei denen ein partieller Verbrauch und anschließende Lagerung des Rests üblich sind.
Für den Etikettendruck und die Etikettenauswahl hat diese Konstruktion unmittelbare Konsequenzen. Da das Etikett nicht nur optische und informative Aufgaben übernimmt, sondern auch mechanisch belastet wird – es wird geöffnet, wieder angeklebt, möglicherweise mehrfach – müssen Material und Klebstoff auf diese Anforderungen abgestimmt sein. Die Quellen beschreiben in diesem Zusammenhang Kombi-Etiketten, die gezielt auf die Form und das Material der jeweiligen Verpackung abgestimmt werden. Für den Etikettenersteller bedeutet das, dass weder ein Standardmaterial noch ein beliebiges Klebstoffsystem ohne Prüfung eingesetzt werden kann: Die Haftung muss einerseits stark genug sein, um den Verschluss zuverlässig zu gewährleisten, andererseits so beschaffen, dass ein sauberes Ablösen und erneutes Anhaften möglich bleibt. Hinzu kommt, dass das Etikett in seiner Funktion als Verschluss auch die gesamte Kennzeichnungsfläche bereitstellt, da eine separate Etikettierung in vielen Fällen entfällt. Hersteller können so Produktinformation und Verschlussfunktion in einem einzigen Druckerzeugnis zusammenführen, was die Verpackungslösung vereinfacht, aber gleichzeitig die Anforderungen an Konstruktion, Druckbild und Materialwahl konzentriert. Für Einkäufer und Produktionsverantwortliche ist daher bei der Auswahl eines Wiederverschlussetiketts eine enge Abstimmung zwischen Verpackungsform, Etikettierprozess und den Materialeigenschaften des Etiketts notwendig.