Zeilenabstand

Der Zeilenabstand bezeichnet in der Typografie den vertikalen Abstand zwischen zwei aufeinanderfolgenden Textzeilen, gemessen von Grundlinie zu Grundlinie. Er wird häufig auch als Leading bezeichnet und in typografischen Punkten angegeben. Das Verhältnis zur Schriftgröße liegt im Fließtext üblicherweise zwischen 120 und 150 Prozent der verwendeten Schriftgröße.

In der Druckvorstufe wird der Zeilenabstand in Layout- und Typografieprogrammen wie Adobe InDesign oder Illustrator sowie in spezialisierten Etikettensoftwaresystemen wie NiceLabel oder Combit-Designer eingestellt. In diesen Programmen ist der Parameter häufig am Symbol „A/A“ erkennbar und lässt sich entweder manuell in Punktwerten oder über automatische Voreinstellungen festlegen. Wichtig ist dabei die begriffliche Abgrenzung: Der typografische Zeilenabstand innerhalb eines Textblocks ist nicht identisch mit dem vertikalen Abstand zwischen einzelnen Etiketten auf einem Bogen oder einer Rolle, der ebenfalls in Etikettensoftware konfiguriert wird, aber einen rein positionsbezogenen Layoutparameter darstellt.

Für den Etikettendruck ist der Zeilenabstand aus mehreren Gründen praxisrelevant. Erstens wirkt er sich unmittelbar auf die Lesbarkeit der auf dem Etikett platzierten Informationen aus – von der Produktbezeichnung über Sicherheitshinweise bis zu Chargeninformationen. Ein zu enger Zeilenabstand erschwert die schnelle Erfassbarkeit, ein zu großer verbraucht auf kleinen Etikettenformaten unnötig Fläche. Gerade bei Etiketten mit begrenztem Platz muss der Zeilenabstand in Abstimmung mit Schriftgröße und Zeilenlänge so gewählt werden, dass alle vorgeschriebenen Informationen noch leserlich untergebracht werden können. Zweitens beeinflusst der Zeilenabstand das gesamte Erscheinungsbild und damit die wahrgenommene Qualität des Etiketts. Drittens spielt er in Verbindung mit dem Sicherheitsabstand vom Etikettenrand eine technische Rolle: Ist der Zeilenabstand zu gering und liegen Textzeilen zu nah an der Schnittkante, können Drucktoleranzen beim Schneiden dazu führen, dass Zeilen optisch abgeschnitten wirken. Der in der Druckvorstufe empfohlene Sicherheitsabstand von üblicherweise 2 bis 4 mm vom Rand schützt zwar den äußeren Bereich, doch der interne Zeilenabstand muss konsistent zur Gesamtgestaltung passen.

Der typografische Zeilenabstand ist vom Bedruckstoff unabhängig und wird bei Papier- wie Kunststoffetiketten gleichermaßen angewendet. Er wird in allen gängigen Druckverfahren des Etikettendrucks reproduziert, darunter Thermotransferdruck, Flexodruck, Siebdruck und Digitaldruck. Verbindliche Normen, die einen bestimmten Zeilenabstand für Etikettentexte zahlenmäßig vorschreiben, existieren nicht; die genannten Prozentwerte gelten als gestalterische Richtwerte der Typografie. Für Hersteller ist die korrekte Einstellung des Zeilenabstands in der Etikettensoftware dennoch produktionskritisch, da automatisierte Etikettiersysteme das definierte Layout direkt in den Druckprozess übernehmen.