Der Zwischenschnitt – im Fachjargon auch Gap oder Spalt genannt – bezeichnet im Etikettendruck den präzisen Abstand zwischen dem Magnetzylinder mit aufgespanntem Stanzblech und dem Gegenstanzzylinder im rotativen Stanzaggregat. Dieses Spaltmaß legt fest, wie tief das Stanzmesser in den Haftverbund eindringt, und ist damit die zentrale Einstellgröße für eine saubere, prozesssichere Stanzung.
Beim rotativen Stanzen von Haftetiketten – dem gängigsten Verfahren in der Schmalbahn-Etikettenproduktion – muss das Obermaterial des Haftverbunds vollständig durchtrennt werden, während der Liner (das Trägermaterial) unbeschädigt bleibt. Dieser sogenannte Kiss-Cut oder Anschnitt erfordert ein exakt auf das jeweilige Material abgestimmtes Spaltmaß. Das optimale Maß ergibt sich aus dem Schichtaufbau des Etikettenmaterials – also der Stärke und Kompressibilität des Liners, der Kleberschicht und des Deckmaterials –, da diese Faktoren bestimmen, wie weit das Stanzmesser eindringen darf, ohne den Träger anzuschneiden. Spezialisierte Systeme zur automatischen Spaltmaßanpassung ermöglichen es, den Spalt während der laufenden Produktion nachzuregeln und so eine gleichbleibende Stanzqualität auch bei Materialschwankungen sicherzustellen.
Für Etikettenhersteller ist das korrekte Spaltmaß eine direkte Prozessgröße mit messbaren Folgen in beide Richtungen. Ist der Spalt zu klein gewählt, schneidet das Stanzwerkzeug in den Liner ein, schwächt oder durchtrennt ihn, was zu erhöhtem Materialausschuss, gesteigertem Werkzeugverschleiß und Maschinenstillständen führt. Ist der Spalt hingegen zu groß, werden die Etiketten nicht vollständig aus dem Obermaterial gelöst, sodass Stege verbleiben, die Entgitterbarkeit leidet und Etikettierautomaten gestört werden. Neben dem Spaltmaß selbst spielen dabei weitere Prozessparameter eine Rolle: Zustand und Stabilität des Stanzaggregats, korrekte Bahnführung und -spannung sowie der eingestellte Arbeitsdruck. Für Käufer und Anwender von Etiketten schlägt sich ein fehlerhaft eingestellter Zwischenschnitt in der Praxis durch Ablöseprobleme, Risse im Liner oder häufige Stillstände in automatischen Etikettiersystemen nieder. Ein beschädigter Träger kann im Spender oder Etikettierer reißen und so den gesamten Applikationsprozess unterbrechen. Gerade dort, wo Normen Dauerhaftigkeit, Lesbarkeit und Zuverlässigkeit der Kennzeichnung fordern – etwa bei der Kennzeichnung elektrischer Betriebsmittel – ist eine prozesssichere Stanzung Grundvoraussetzung dafür, dass die Etiketten im Betrieb korrekt appliziert werden und dauerhaft lesbar bleiben. Das Spaltmaß selbst ist in keiner eigenständigen DIN- oder ISO-Norm definiert; es wird durch Herstellerangaben der Maschinen- und Werkzeughersteller sowie allgemeine Fertigungstoleranzen im Feinmechanikbereich bestimmt.