Kunststoffschilder sind starre oder semiflexible Kennzeichnungsträger aus Kunststoff, die dauerhaft aufgebrachte Informationen wie Text, Symbole oder Codes aufnehmen und an Maschinen, Geräten, Leitungen oder Betriebsmitteln angebracht werden. Sie zählen zur sogenannten Mediumskennzeichnung, bei der die Kennzeichnungsinformation nicht direkt auf dem Bauteil, sondern auf einem separaten Trägermaterial erzeugt und anschließend montiert wird. Typische Ausführungen sind Typenschilder, Kabelschilder, Sicherheits- und Gefahrstoffkennzeichen, Tasterschilder sowie Einlegeschilder.
Im industriellen Einsatz erfüllen Kunststoffschilder konkrete regulatorische Anforderungen: Typenschilder etwa müssen gemäß den Vorgaben der Maschinenrichtlinie Angaben wie CE-Kennzeichnung, Hersteller, Seriennummer und Baujahr dauerhaft und lesbar tragen. Darüber hinaus dienen sie der Rückverfolgung von Produkten, dem Nachweis der Normentreue sowie der eindeutigen Identifikation von Anlagen und Betriebsmitteln. Als Materialien kommen je nach Anforderungsprofil Acryl, PVC und Polycarbonat zum Einsatz, da diese Kunststoffe für besondere Farben, Formen oder flexible Anwendungen geeignet sind.
Für den Etikettendruck sind Kunststoffschilder aus mehreren Gründen unmittelbar relevant. Erstens bestimmt das gewählte Kunststoffmaterial, welche Beschriftungsverfahren technisch geeignet sind. Im Bereich der Mediumskennzeichnung werden unter anderem Laserverfahren wie Kohlendioxid-, Kristall- und Faserlaser, mechanische Verfahren wie Gravur, Plotter oder Nadelmarkierer sowie Druckverfahren wie Foliendruck, Siebdruck, Thermodruck und UV-Direktdruck eingesetzt. Thermotransferbedruckte Kunststoff-Typenschilder werden dabei explizit als funktionale Alternative zu klassischen Aluminiumschildern gehandelt. Zweitens lassen sich Kunststoffschilder mit modernen Industrie-Etikettendruckern und spezialisierten Sicherheitsschilder-Druckern direkt im Betrieb gestalten und ausgeben, was Flexibilität bei Layout, Sprache und Auflage bietet. Speziell für Sicherheitsschilder, Lockout/Tagout-Etiketten und Rohrmarkierer existieren dedizierte Geräteklassen. Drittens müssen Hersteller von Kunststoffschildern bei der Kombination aus Material und Verfahren die jeweiligen Einsatzbedingungen berücksichtigen: Witterungsbeständigkeit, Abriebfestigkeit und Chemikalienresistenz sind ebenso maßgeblich wie die Erfüllung gesetzlicher Kennzeichnungspflichten. UL-zertifizierte Etikettenmaterialien und eine breite Palette industrieller Trägermaterialien stehen dafür zur Verfügung. Für Anwender bedeutet das in der Praxis, dass die Auswahl des richtigen Kunststoffmaterials und Druckverfahrens immer gemeinsam erfolgen muss, um sowohl technische als auch normative Anforderungen dauerhaft zu erfüllen.