Sterilisationsetikett

Ein Sterilisationsetikett – auch Indikatoretikett genannt – ist ein selbstklebendes Etikett, das zusätzlich mit einem chemischen Indikator ausgestattet ist, der unter definierten Sterilisationsbedingungen seine Farbe unumkehrbar verändert. Diese Farbänderung dokumentiert sichtbar, dass das gekennzeichnete Gut einem Sterilisationsverfahren ausgesetzt war und die hierfür festgelegten Prozessparameter tatsächlich erreicht wurden. Damit erfüllen Sterilisationsetiketten gleichzeitig zwei Funktionen: Sie kennzeichnen das Produkt und belegen den Prozess.

Technisch betrachtet handelt es sich im Grundaufbau um ein konventionelles Etikett, das zusätzlich mit einer speziellen Indikatortinte versehen ist – meist in Form eines Punkts oder Streifens. Diese Tinte reagiert auf die Kombination aus Temperatur und Einwirkdauer, wie sie für das jeweilige Sterilisationsverfahren charakteristisch ist. Bei der am häufigsten eingesetzten Dampfsterilisation im Autoklaven – typischerweise 121 °C über 5 bis 20 Minuten – wechselt der Indikator beispielsweise von Weiß zu Braun, und ein Schriftzug wie „sterilized“ wird sichtbar. Dieser Farbumschlag ist irreversibel. Neben der Dampfsterilisation existieren weitere Verfahren wie Gammastrahlung und Ethylenoxid-Gas, für die ebenfalls geeignete Indikatoren eingesetzt werden können. Auf den Etiketten lassen sich zusätzlich variable Daten wie Chargennummer, Sterilisationsdatum oder Haltbarkeitsdatum aufbringen – per Handauszeichner oder per Thermotransferdrucker. Eine besondere Variante sind sogenannte Dublexetiketten, bei denen ein Abschnitt nach der Sterilisation vom Gut abgezogen und in Dokumentationsunterlagen eingeklebt werden kann, wo der verfärbte Indikator und die aufgedruckten Daten die korrekte Sterilisation dauerhaft belegen.

Für den Etikettendruck stellen Sterilisationsetiketten spezifische Anforderungen, die bei Materialauswahl, Klebstoffen und Druckverfahren berücksichtigt werden müssen. Das Trägermaterial muss extremen Bedingungen standhalten: hohe Temperaturen, hohe Luftfeuchtigkeit im Autoklaven sowie – bei Laboranwendungen – Temperaturbereiche von –196 °C bis 121 °C. Hinzu kommt die Beständigkeit gegenüber üblichen Laborchemikalien. Ein Beispielmaterial ist Polypropylen, das diese Anforderungen erfüllt und nach der Sterilisation weiterhin gut haftet und lesbar bleibt. Der Klebstoff muss nach dem Sterilisationsprozess zuverlässig auf den Oberflächen von Ampullen, Röhrchen, Kolben oder Glasbehältern haften bleiben. Für den Druck variabler Daten werden Thermotransfer-Farbbänder eingesetzt, die eine prozessstabile Beschriftung sicherstellen. Hersteller von Sterilisationsetiketten müssen außerdem die spezielle Indikatortinte präzise auftragen und kalibrieren, damit der Farbumschlag reproduzierbar bei den richtigen Prozessparametern einsetzt – zu früh oder zu spät würde den Nachweiswert zunichtemachen. Anwender aus Pharmazie, Krankenhäusern, Arztpraxen, Apotheken und der Medizinprodukteindustrie profitieren so von einem Etikett, das Prozesssicherheit und Rückverfolgbarkeit in einem vereint.