Blasenbildung

Blasenbildung bezeichnet im Etikettendruck das unerwünschte Entstehen von Luft-, Feuchtigkeits- oder Gaseinschlüssen zwischen einem Etikett und seinem Untergrund beziehungsweise innerhalb der Klebeverbindung. Es handelt sich dabei um eine Fehlererscheinung, die sowohl unmittelbar beim Aufbringen eines Etiketts auftreten als auch erst nachträglich sichtbar werden kann. Sie gilt als Qualitätsmangel der Applikation und wird in der Qualitätssicherung entsprechend behandelt.

Fachleute unterscheiden zwei grundlegende Entstehungsmechanismen. Bei der ersten Variante werden physische Lufteinschlüsse beim Aufbringen des Etiketts verursacht – etwa wenn Luft nicht vollständig zwischen Etikett und Untergrund entweichen kann. Die zweite Variante entsteht zeitverzögert: Gase, die aus dem Untergrund austreten, bilden sich unter dem bereits applizierten Etikett und heben das Material vom Untergrund ab. Beide Fehlertypen betreffen sowohl manuelles als auch automatisches Etikettieren. Zur Reduktion sofort entstehender Blasen kommen Applikationshilfen wie Rakel, Andrückkomponenten in Form von Bürsten oder Schwämmen sowie elastische, leicht gewölbte Stempel zum Einsatz, die eine gleichmäßige, luftfreie Verbindung zwischen Etikett und Untergrund fördern. Bei ausgasenden Untergründen hingegen können materialbasierte Lösungen greifen: Mikrostrukturierte Klebstoffe mit Luftkanälen oder gasdurchlässige Kombinationen aus Folie und Klebstoff ermöglichen es, eingeschlossene Gase kontrolliert entweichen zu lassen. Die Kontrolle applizierter Etiketten auf Blasen- oder Faltenbildung erfolgt unter anderem durch Inspektions- und Messsysteme, die in Etikettiermaschinen oder Rundschalttischen integriert sind.

Für den Etikettendruck ist Blasenbildung aus mehreren Gründen relevant. Zum einen ist sie optisch störend und beeinträchtigt das Erscheinungsbild des fertig etikettieren Produkts unmittelbar. Zum anderen kann sie auf gestörte Verarbeitungsprozesse hinweisen und führt in der Praxis zu Mehraufwand: Fehlerhafte Etiketten müssen ausgeschleust oder neu appliziert werden, was Zeit und Kosten verursacht. Für Hersteller und Anwender bedeutet das konkret, dass sowohl die Materialauswahl – insbesondere hinsichtlich Obermaterial, Klebstoff und deren Kombination – als auch die Prozessparameter bei der Applikation auf den jeweiligen Untergrund abgestimmt sein müssen. Selbstklebeetiketten auf Untergründen, die zur Ausgasung neigen, erfordern demnach besondere Aufmerksamkeit bereits in der Planungs- und Materialauswahlphase. Blasenbildung ist damit nicht allein ein Applikationsproblem, sondern ein Qualitätsmerkmal, das die gesamte Prozesskette vom Material über die Maschine bis zur Endkontrolle berührt.