Rasterwalze

Die Rasterwalze – im Fachjargon auch Aniloxwalze genannt – ist eine keramik- oder chrombeschichtete Dosierwalze, deren Oberfläche mit gleichmäßig verteilten Mikronäpfchen (Zellen) versehen ist. Sie übernimmt im Druckfarbwerk die Aufgabe, eine exakt definierte Menge Farbe oder Lack auf die Druckplatte zu übertragen. Der Name leitet sich unmittelbar von dieser Aufrasterung der Walzenoberfläche in gleichmäßig verteilte Näpfchen ab.

Im Flexodruck – dem dominierenden Verfahren im Etikettendruck – arbeitet die Rasterwalze eng mit einer Kammerrakel zusammen. Die Rakel benetzt die Walze zunächst vollständig mit Farbe oder Lack und streift anschließend die überschüssige Menge von den nicht vertieften Stegen ab. Was verbleibt, ist ausschließlich die in den Näpfchen gespeicherte, exakt dosierte Farbmenge. Diese wird auf die Flexodruckplatte (Klischee) und von dort auf den Bedruckstoff übertragen. Das Leistungsvermögen einer Rasterwalze wird durch mehrere Kenngrößen beschrieben: Lineatur (Rasterweite in L/cm), Näpfchentiefe in Mikrometern, Flanken- und Gravurwinkel, das Steg-Napf-Verhältnis sowie das Volumen in cm³/m². Die Näpfchen selbst werden per Lasergravur oder mechanischer Bearbeitung in die Keramik- oder Chromoberfläche eingebracht; verbreitet sind hexagonale Raster mit einem Gravurwinkel von 60°. Der Grundkörper der Walze besteht je nach Anforderung aus Stahl, Aluminium oder Kunststoff.

Für den Etikettendruck ist die Rasterwalze von zentraler Bedeutung, weil sie unmittelbar über Druckqualität und Farbkonsistenz entscheidet. Die Wahl der Lineatur bestimmt, wie fein oder deckend ein Druckmotiv wiedergegeben wird: Für großflächige Farbflächen oder einfache Verpackungsetiketten kommen niedrigere Rasterweiten von etwa 30 bis 200 LPI zum Einsatz, während hochwertige Etiketten mit feinen Details, Verläufen oder anspruchsvollen Bilddaten Rasterweiten von über 600 LPI erfordern. Keramikrasterwalzen erreichen im Flexodruck Werte von bis zu 500 bis 600 L/cm. Für Lackierwerke in Druckmaschinen – etwa für Schutz- oder Effektlacke auf Etiketten – werden Rasterwalzen mit deutlich niedrigeren Lineaturen (10 bis 180 L/cm) eingesetzt. Eine falsch ausgelegte Rasterwalze äußert sich in der Praxis als Über- oder Unterfärbung, Punktzuwachs oder Streifenbildung und führt so zu Ausschuss. Für Markeninhaber und Etikettenverarbeiter bedeutet das: Farbkonsistenz, Lesbarkeit von Texten und Kennzeichnungen sowie die Druckqualität von Barcodes hängen direkt von der richtigen Dimensionierung der Rasterwalze ab.