Ein Originalitätsverschluss – auch Originalitätssiegel genannt – ist ein sicherheitstechnisch ausgelegtes Haftetikett, das das erstmalige Öffnen einer Verpackung sichtbar und nachweisbar macht. Es dient dazu, sicherzustellen, dass eine Verpackung nicht manipuliert wurde und ihr Inhalt original und ungeöffnet ist. Im Etikettenbereich wird der Begriff gleichbedeutend mit Siegel- bzw. Verschlussetikett verwendet: Das Etikett wird so auf ein Substrat aufgebracht, dass es beim Öffnen irreversibel beschädigt wird oder eine sichtbare Veränderung zeigt.
In der Praxis wird das Etikett auf die Verpackung aufgeklebt, um Öffnungsstellen – etwa Kanten einer Faltschachtel oder einen Verpackungsdeckel – zu überbrücken und zu versiegeln. Wird die Verpackung geöffnet, zerstört sich das Etikett sichtbar, sodass der Erstöffnungsnachweis erbracht ist. Für besonders sicherheitskritische Anwendungen kommen sogenannte Tamper-Evident-Etiketten zum Einsatz, wie sie etwa in der Pharmaverpackung verwendet werden, wo das Etikett auf die Faltschachtel zum Verschließen aufgebracht wird und gleichzeitig als Erstöffnungsschutz dient. Darüber hinaus werden Sicherheits- und Siegeletiketten häufig als Hologramm-Etiketten auf Softwareverpackungen oder CDs eingesetzt, um die Originalität des Produkts gegenüber dem Endkunden zu belegen. Typische Applikationsstellen sind zudem Versand- und Verkaufsverpackungen aus Wellpappe, wo der Verschluss sicherstellt, dass das Produkt unversehrt beim Empfänger ankommt. Eine besondere Anwendungsform ist das Etikettieren über die Ecke, bei dem das Etikett zwei angrenzende Flächen einer Verpackung verbindet.
Für den Etikettendruck ergeben sich aus dieser Funktion direkte Anforderungen an Material, Konstruktion und Verarbeitung. Die eingesetzten Haftetiketten müssen mit einem permanenten oder speziell konstruierten Klebstoff ausgestattet sein, der manipulationssicheres Haften gewährleistet. Gleichzeitig können Ausführungen gefordert sein, die trotz sicherem Halt einfach zu öffnen sind – dann sind konstruktive Maßnahmen wie Anfasslaschen notwendig. Komplexe Stanzformen und Sonderstanzungen sind häufige verarbeitungstechnische Anforderungen, die den Etikettierungsprozess gegenüber Standard-Etiketten aufwändiger gestalten. Optisch können die Etiketten neutral oder transparent ausgeführt sein, aber auch eine anspruchsvolle Gestaltung erhalten; bei Sicherheitsanwendungen kommen zusätzliche Elemente wie Hologramme hinzu. Etikettierer und Markeninhaber aus regulierten Branchen wie Pharma, Chemie oder Lebensmittel müssen dabei berücksichtigen, dass ein Originalitätsverschluss-Etikett gleichzeitig Pflichtangaben tragen kann – etwa nach der EU-Lebensmittelinformationsverordnung, der CLP-Verordnung oder der MDR für Medizinprodukte –, was Gestaltung und Layout des Etiketts direkt beeinflusst. Der Einsatz spezieller Sicherheitselemente und komplexer Stanzformen erhöht die Produktionskosten gegenüber einfachen Etiketten, was bei der Kalkulation und Materialauswahl frühzeitig einzuplanen ist.