Rechtecketikett

Ein Rechtecketikett ist ein Etikett mit einer Außenkontur aus vier geraden Seiten und vier rechten Winkeln. Es gehört zu den Standardformen in der industriellen Etikettenproduktion und wird als selbstklebendes Etikett auf Rolle oder Bogen sowie als Anhängeetikett hergestellt. Die Maßangabe erfolgt üblicherweise in Breite mal Höhe, beispielsweise 60 × 65 mm.

In der Produktion wird die rechteckige Form durch Stanzwerkzeuge oder Laserschnitt aus dem gewählten Trägermaterial ausgeschnitten. Als Materialien kommen Papier, Kunststofffolien wie PVC, PP, PE oder PET sowie Metalletiketten aus Aluminium zum Einsatz. Die Wahl des Materials richtet sich nach dem Einsatzbereich: Für Außen- und Industrieanwendungen werden vorrangig Folien oder Metalletiketten eingesetzt, die gegenüber UV-Strahlung, Witterung, Chemikalien und erhöhten Temperaturen beständig sind. Als Klebstoff wird häufig ein permanent haftender Kleber verwendet, wobei für raue, niederenergetische oder thermisch belastete Untergründe spezielle Klebstoffsysteme zum Einsatz kommen. Zur Veredelung werden Rechtecketiketten mit UV-Laminat, Lacken oder Laminierungen ausgestattet, um Abrieb-, Feuchtigkeits- und Kratzbeständigkeit zu erhöhen. Gedruckt werden sie je nach Auflagengröße und Anforderung im Flexodruck, Digitaldruck oder mittels Thermotransfer- und Thermodirektdruck, wobei letztere Verfahren besonders für variable Daten wie Chargen- oder Seriennummern und Barcodes auf vorgefertigten Rollenetiketten genutzt werden.

Für den Etikettendruck ist die Rechteckform aus mehreren Gründen bedeutsam. Als Standardstanzform lässt sie sich mit gängigen Werkzeugen effizient und kostenoptimiert fertigen, was sie gegenüber Sonderformen wirtschaftlicher macht. Durch die geradlinige Grundfläche können Textblöcke, Piktogramme und maschinenlesbare Codes wie Barcodes oder QR-Codes platzsparend und klar strukturiert angeordnet werden. Auf Rolle konfektioniert, sind Rechtecketiketten direkt kompatibel mit industriellen Etikettendruckern und automatisierten Etikettiermaschinen, was eine nahtlose Integration in Produktions- und Verpackungslinien ermöglicht. Anwender finden Rechtecketiketten in nahezu allen Kennzeichnungsbereichen: als Produktetikett auf Flaschen, Dosen und Kartons, als Inventar- oder Maschinenetikett in der Industriekennzeichnung sowie als Warn-, Prüf- oder Sicherheitsetikett. Im industriellen Umfeld ermöglichen sie rechtssichere Kennzeichnung nach einschlägigen Kennzeichnungspflichten, beispielsweise für CE-Kennzeichnung oder Gefahrstoffhinweise, und unterstützen durch Barcodes und Seriennummern die Rückverfolgbarkeit im Sinne von Industrie-4.0-Anforderungen und GS1-Standards. Käufer können je nach Einsatzbereich zwischen Papier, Folie und Metall sowie unterschiedlichen Klebstoffsystemen und Veredelungen wählen, um normative und betriebliche Anforderungen zu erfüllen.