Der Spendemodus ist eine Betriebsart spezieller Etikettendrucker, bei der bedruckte Etiketten nach dem Druck automatisch von ihrem Trägermaterial abgelöst und zur manuellen Entnahme bereitgestellt werden. Das verbleibende Trägermaterial wird dabei intern im Drucker aufgewickelt. Es handelt sich also um eine klar definierte Funktion, die einen kontinuierlichen Druckbetrieb mit einzelner Etikettenbereitstellung kombiniert.
Technisch setzt der Spendemodus eine speziell ausgestattete Druckerversion voraus, die sogenannte Spendeversion. Diese verfügt über eine Spendekante, eine Umlenkwalze, ein Andrucksystem und einen internen Aufwickler für das Trägermaterial. Vor Inbetriebnahme führt der Bediener das Trägermaterial manuell um Spendekante und Umlenkwalze zum Aufwickler und klemmt es dort ein, nachdem die Etiketten auf den ersten rund 100 mm manuell vom Träger gelöst wurden. Im laufenden Betrieb transportiert der Drucker die Trägerbahn weiter, trennt das Etikett an der Spendekante automatisch ab und stellt es an der Ausgabeposition bereit. Der Bediener entnimmt das Etikett, woraufhin – je nach Konfiguration – automatisch das nächste gedruckt wird. Aktiviert wird der Spendemodus über die Druckersoftware oder in der Direktprogrammierung über das sogenannte P-Kommando. Ohne entsprechende Softwareeinstellung bleibt die Funktion inaktiv, selbst wenn der Drucker mechanisch dafür ausgestattet ist.
Für den Etikettendruck ist der Spendemodus besonders relevant, wenn Etiketten manuell oder halbautomatisch appliziert werden sollen. Statt einen gesamten Etikettenstreifen zu entnehmen und die Etiketten einzeln abzulösen, werden sie vom Drucker direkt vereinzelt bereitgestellt. Das beschleunigt den Applikationsprozess und reduziert Handlingfehler. Wer ein solches System einsetzen möchte, muss bei der Druckerauswahl gezielt auf eine Spendeversion achten, da nicht alle Modelle oder Ausstattungsvarianten diese Betriebsart unterstützen. Neben dem Spendemodus steht bei entsprechenden Druckern typischerweise auch ein Abreißmodus zur Verfügung, was bei der Spezifikation und Angebotserstellung zu berücksichtigen ist. Auch das verwendete Etikettenmaterial spielt eine Rolle: Es muss so beschaffen sein, dass eine saubere, definierte Trennung von Etikett und Träger an der Spendekante möglich ist. Für Systemintegratoren und Hersteller ergibt sich daraus der Bedarf, Materialführung, Sensorik und Aufwickler in der Gerätedokumentation präzise zu beschreiben und die Funktion steuerungsseitig vollständig zu unterstützen.