Der Abreißmodus, im Englischen als Tear-Off-Mode bezeichnet, ist ein definierter Betriebsmodus von Etikettendruckern, bei dem bedrucktes Etiketten- oder Endlosmaterial bis zu einer fest montierten Abreißkante gefördert und dort vom Bediener manuell abgerissen wird. Der Drucker stoppt das Material an dieser Kante und bereitet anschließend automatisch die Startposition für den nächsten Druckauftrag vor.
Technisch läuft der Vorgang folgendermaßen ab: Der Drucker arbeitet den Druckauftrag ohne Unterbrechung ab und transportiert das bedruckte Material bis zur Abreißkante. Am Ende des Auftrags zieht er das Etikettenmaterial minimal zurück, sodass die Vorderkante des nächsten Etiketts exakt unter der Druckzeile positioniert ist. Diese Rückzugsbewegung, wie sie etwa in den Betriebsanleitungen der cab EOS-Serie beschrieben wird, stellt die Maßhaltigkeit und Wiederholgenauigkeit bei Folgeaufträgen sicher. Die Abreißkante selbst ist eine mechanische Kante aus Metall oder gehärtetem Material und bei vielen Geräten, etwa der Carl Valentin Pica II-Serie, bereits als Standardausstattung verbaut. Der Abreißmodus funktioniert unabhängig vom eingesetzten Druckverfahren, also sowohl beim Direktthermo- als auch beim Thermotransferdruck, da er ausschließlich die Ausgabe des Materials regelt, nicht den Druckprozess selbst. Hersteller wie cab, Carl Valentin, Zebra und Novexx dokumentieren diesen Modus als gängige Betriebsart ihrer Industrie- und Kompaktdrucker.
Für den Etikettendruck ist der Abreißmodus aus mehreren Gründen praktisch relevant. Er stellt die einfachste und robusteste Ausgabevariante dar, wenn kein automatisches Spendesystem, kein Schneidemesser und kein Aufwickler vorhanden oder gewünscht sind. Typische Einsatzgebiete sind industrielle Kennzeichnung, Lagerkennzeichnung, Logistik und Versand, wo Bediener Etiketten einzeln oder in kleinen Serien direkt am Gerät entnehmen. Für Anwender bedeutet der Modus, dass die Gesamtproduktivität nicht allein von der Druckgeschwindigkeit, sondern auch von der Geschwindigkeit abhängt, mit der Bediener die Etiketten abreißen und weiterverarbeiten. Beim Wechsel in diesen Modus kann der Drucker, wie Zebra für seine ZT-Serie beschreibt, eine Etikettenkalibrierung durchführen, wodurch einzelne Etiketten für die Positionierung verbraucht werden können. Etikettenhersteller und Systemintegratoren sollten außerdem beachten, dass die eingesetzten Rollenmaterialien ausreichende Reißfestigkeit und ein sauberes Abrissverhalten an der Abreißkante aufweisen müssen. Systemintegratoren planen bei Anlagen mit Abreißmodus die Bedienposition so, dass die Abreißkante für den Bediener gut erreichbar ist. Insgesamt ist der Abreißmodus die verbreitete Standardeinstellung für alle Anwendungen, in denen manuelles Etikettenhandling gegenüber automatisierten Ausgabelösungen bevorzugt wird.