Der Begriff „Metallpapier“ ist im Etikettendruck kein einheitlich normierter Fachbegriff; gebräuchlicher sind Bezeichnungen wie metallbeschichtetes Papier, metallisches Papier oder metallisiertes Substrat. Gemeint ist damit ein Papierobermaterial, dessen Oberfläche metallisch beschichtet ist, sodass ein charakteristischer Silber- oder Goldeffekt entsteht. Als Bestandteil eines Haftetiketts übernimmt dieses Obermaterial dieselbe Funktion wie ein gewöhnliches Papieretikett: Es bildet zusammen mit einer Klebstoffschicht und einem Trägermaterial, dem sogenannten Liner, den typischen Dreischichtaufbau eines selbstklebenden Etiketts.
In der Verarbeitung wird metallbeschichtetes Papier vorrangig im Digitaldruckverfahren eingesetzt. Das Druckbild wird dabei im CMYK-Farbmodus direkt auf das metallisierte Substrat aufgebracht. Da das Papier selbst bereits einen metallischen Untergrund liefert, entstehen durch das Übereinanderdrucken der Prozessfarben Gold-, Silber- oder andere Metallic-Effekte, ohne dass eine separate Sonderfarbe erforderlich ist. Alternativ oder ergänzend lassen sich metallische Optiken auch durch Folienveredelungsverfahren wie Heißfolienprägung oder Kaltfolienveredelung erzielen, bei denen Gold- oder Silberfolien auf ein Substrat übertragen werden. Metallbeschichtetes Papier und silberfarbene Folie werden in der Praxis als zwei unterschiedliche Wege zur metallischen Etikettenoptik nebeneinandergestellt.
Für den Etikettendruck ist die Materialwahl aus mehreren Gründen relevant. Erstens erfordert metallbeschichtetes Papier eine geprüfte Kompatibilität mit dem jeweiligen Drucksystem; nicht jede Drucktechnologie eignet sich gleichermaßen für Spezialmaterialien dieser Art. Wer Etiketten selbst nachdruckt oder personalisiert, muss sicherstellen, dass das Material ausdrücklich für das verwendete Druckverfahren freigegeben ist. Zweitens beeinflusst die Beschichtung den Farbaufbau: Anders als auf weißem Papier reagiert das metallische Substrat auf Farben und Deckgrade anders, was bei der Druckvorbereitung und Gestaltung berücksichtigt werden muss. Drittens sind beschichtete Papiere bei der Altpapieraufbereitung als Störstoffe einzustufen und erfordern eine aufwändigere Entsorgung, was Auswirkungen auf das Umweltprofil und die Entsorgungskosten hat. Für Lagerung und Handhabung gelten die üblichen Empfehlungen für Etikettenmaterialien, etwa kontrollierte Temperatur und Luftfeuchtigkeit, um Bedruckbarkeit und Hafteigenschaften zu erhalten.
Angewendet wird metallbeschichtetes Papier als Obermaterial vor allem dort, wo Etiketten eine hochwertige, veredelte Wirkung erzeugen sollen, insbesondere im Premium-Segment für Produkt- und Markenetiketten mit Gold- oder Silberoptik. Eine normativ verbindliche Definition des Begriffs „Metallpapier“ speziell für den Etikettendruck existiert nach aktuellem Stand der verfügbaren Fachquellen nicht.