Fluoreszenzfolie

Fluoreszenzfolie bezeichnet eine selbstklebende oder bedruckbare Kunststofffolie, in die fluoreszierende Pigmente eingearbeitet sind. Diese Pigmente reagieren auf den UV-Anteil im Tageslicht und geben die eingestrahlte Energie nahezu ohne Wärmeentwicklung sofort wieder als sichtbares Licht ab. Weil der Leuchteffekt unmittelbar mit der Bestrahlung einsetzt und endet, handelt es sich um Photolumineszenz in Form von Fluoreszenz – weshalb solche Folien im Fachhandel auch als Tagesleuchtfolien bezeichnet werden.

Als Trägermaterial kommt typischerweise gegossene PVC-Folie mit einer Schichtdicke zwischen 90 und 150 µm zum Einsatz. Die Rückseite ist mit einem permanenten, druckempfindlichen Polyacrylat-Klebstoff ausgestattet, der eine dauerhafte Verklebung auf verschiedenen Untergründen ermöglicht. Fluoreszierende Farbtöne sind unter anderem durch RAL-Nummern normiert, etwa RAL 1026 Leuchtgelb, RAL 2005 Leuchtorange oder RAL 3024 Leuchtrot, was bei sicherheitsrelevanten Anwendungen eine eindeutige, reproduzierbare Farbwahl erlaubt. Hinsichtlich der Haltbarkeit ist zu beachten, dass die Leuchtwirkung durch UV-Strahlung mit der Zeit nachlässt; für den Außeneinsatz werden in der Regel 18 Monate, für den Inneneinsatz bis zu fünf Jahre angegeben, während der reine Leuchteffekt typischerweise nur zwei bis drei Jahre garantiert wird.

Für den Etikettendruck ist Fluoreszenzfolie aus mehreren Gründen relevant. Erstens dient sie als Basismaterial für Etiketten, die eine außergewöhnlich hohe Sichtbarkeit bei Tageslicht erfordern, etwa für Warn- und Sicherheitskennzeichnungen an Einsatzfahrzeugen von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdiensten oder an Absperrgeräten und Schranken. Zweitens kann die Folie mit fluoreszierenden Druckfarben oder UV-reaktiven Lacken kombiniert werden, um Etiketten zu erzeugen, die unter normalem Licht unauffällig wirken, unter UV-Licht beziehungsweise Schwarzlicht jedoch stark leuchten – ein Effekt, der für versteckte Sicherheitsmerkmale, Produktauthentifizierung oder besondere Designelemente genutzt wird. Das Bedrucken erfolgt mit gängigen Verfahren wie dem Flexodruck, der auch Veredelungen erlaubt; für Konturmarkierungen und Beschilderungen stehen plottergeeignete Varianten zur Verfügung. Drittens ermöglichen Lumineszenz-Etiketten auf fluoreszierender Basis in automatisierten Förderlinien eine zuverlässige, untergrundunabhängige Etikettenerkennung über spezialisierte Sensorik, was die Prozesssicherheit in Hochgeschwindigkeitslinien erhöht. Etikettenentwickler und Einkäufer müssen bei der Planung den Unterschied zwischen reiner Fluoreszenzfolie und kombinierten retroreflektierend-fluoreszierenden Folien berücksichtigen, da Letztere zusätzlich Sichtbarkeit bei Dunkelheit durch Rückstrahlung bieten.