Hologrammfolie

Hologrammfolie bezeichnet im Etikettendruck ein dünnes, meist metallisiertes Folienmaterial, in das eine holografische Mikrostruktur eingeprägt ist. Diese Struktur bricht einfallendes Licht in bestimmten Winkeln und erzeugt so das charakteristische mehrfarbige Schimmern, das als Hologramm-Effekt wahrgenommen wird. Als Basismaterial dient überwiegend eine metallisierte Kunststofffolie aus Polypropylen, seltener auch Papier mit holografischer Beschichtung.

Die holografische Struktur entsteht in einem mehrstufigen Herstellungsprozess: Im Mastering erzeugt ein Laser ein Interferenzmuster auf einer Oberfläche, das sämtliche Bildinformationen des späteren Hologramms enthält. Beim Recombining wird dieses Master-Hologramm auf eine Fotoresistplatte übertragen und vervielfältigt. Im Electroforming-Schritt entstehen durch elektrogalvanische Verfahren Prägestempel, sogenannte Shims, mit denen die holografische Struktur in die Folie geprägt werden kann. In der abschließenden Konfektionierung wird die strukturierte Folie mit Klebstoff beschichtet und zu Etiketten gestanzt. Dieser komplexe Produktionsweg macht eine exakte Kopie ohne das Original-Master praktisch unmöglich, was die Fälschungssicherheit der fertigen Etiketten begründet.

Im Etikettendruck kommt Hologrammfolie auf zwei unterschiedlichen Wegen zum Einsatz. Als Heißprägefolie wird das Hologramm mittels Wärme und Druck von einer Transferfolie auf ein Etikettenträgermaterial übertragen; spezielle Prägewerkzeuge mit holografischem Muster sorgen dabei für die präzise Übertragung. Alternativ wird vorkonfektionierte selbstklebende Hologrammfolie direkt als Substrat in Rollenetikettendruckmaschinen eingesetzt, wo sie mit Verfahren wie Digitaldruck, Flexodruck oder UV-Inkjet-Druck bedruckt, anschließend gestanzt und auf Rolle ausgegeben wird. Logos, Texte, Grafiken und variable Daten wie Seriennummern oder QR-Codes lassen sich so auf die holografische Oberfläche aufbringen.

Für den Etikettendruck ist Hologrammfolie aus zwei Gründen relevant: Sicherheit und Produktaufwertung. Als Sicherheitsetikett schützt sie vor Produktpiraterie und Manipulation; im Pharmabereich ist der Einsatz eines Hologramms als zusätzliches Sicherheitsmerkmal auf Arzneimittelpackungen durch EU-Vorgaben zur Fälschungssicherheit explizit vorgesehen. Darüber hinaus steigert der dreidimensionale Kinetik-Effekt die wahrgenommene Wertigkeit eines Produktes und wird daher gezielt für Premiumetiketten im Konsumgüter- und Markenartikelbereich eingesetzt. Etikettenhersteller benötigen für die Verarbeitung zusätzliche Veredelungsstationen und Prägewerkzeuge sowie eine entsprechend aufwendige Beschaffungslogistik. Wegen des höheren Produktionsaufwands und der damit verbundenen Kosten ist Hologrammfolie primär für hochwertige oder besonders schutzbedürftige Produkte wirtschaftlich sinnvoll.