Mono-PP

Mono-PP bezeichnet einen Monomaterial-Aufbau auf Basis von Polypropylen (PP), bei dem alle Schichten einer Folie oder Verpackung überwiegend oder vollständig aus PP bestehen. Der PP-Anteil liegt dabei typischerweise zwischen 90 und 98 Prozent des gesamten Verpackungsgewichts. Als Monomaterial gehört Mono-PP einer einzigen Materialfamilie an, was es grundlegend von herkömmlichen Mehrschichtverbunden aus unterschiedlichen Kunststoffen unterscheidet.

Technisch ist es möglich, einen Mono-PP-Aufbau um eine dünne EVOH-Schicht als Barrierelage zu ergänzen, solange deren Anteil unter fünf Prozent des Gesamtgewichts bleibt. Innerhalb dieses Grenzwerts gilt die Verpackung weiterhin als für das mechanische Recycling geeignet. Für die Verarbeitung von Mono-PP-Folien kommen Thermoform-Anlagen zum Einsatz; dabei werden Sandwichheizungen und ausreichend lange Heizzeiten von etwa 2,5 Sekunden empfohlen, um eine gleichmäßige Verarbeitung sicherzustellen. Laut verfügbaren Quellen zeichnen sich Mono-PP-Folien zudem durch gute Verarbeitbarkeit und brillante Druckqualität aus. Im regulatorischen Kontext ist die europäische Verpackungsverordnung PPWR relevant, die ab 2030 strengere Anforderungen an die Recyclingfähigkeit von Verpackungen stellt und ab 2038 hohe Mindestanforderungen an konkrete Recycling-Leistungsstufen vorsieht.

Für den Etikettendruck ergibt sich aus dem Mono-PP-Konzept eine direkte Konsequenz bei der Materialauswahl. Wenn eine PP-Verpackung auch im Recycling als sortenreines Material erhalten bleiben soll, empfiehlt sich der Einsatz von PP-Etiketten, also etwa Thermo-PP-Etiketten oder Thermotransfer-PP-Kunststoff-Etiketten. Ein solches Etikett aus demselben Material wie die Verpackung wird im Recyclingkontext als Wertstoff und nicht als Störstoff betrachtet. Besteht das Etikett hingegen aus einem anderen Material als die PP-Verpackung, muss es heiß abwaschbar sein, damit es den Recyclingprozess nicht beeinträchtigt. Zusätzlich gilt für PP-Etiketten, die nicht aus PP bestehen, die Anforderung einer Dichte unter 1 g/cm³, damit sie sich beim mechanischen Auftrennverfahren zuverlässig isolieren lassen. Eine weitere praxisrelevante Vorgabe betrifft die Flächenbedeckung: Etiketten sollten nicht mehr als die Hälfte der Verpackungsoberfläche bedecken, um die Sortierbarkeit im Recyclingprozess nicht zu stören. Für Einkäufer und Etikettenhersteller bedeutet Mono-PP demnach eine klar definierte Anforderung: Entweder wird ein materialgleiches PP-Etikett gewählt, oder es sind spezifische Abwascheigenschaften und Dichtekriterien nachzuweisen, um PPWR-Konformität zu erreichen.